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Kommunique der EZLN: »Sie und Wir« - Teil 2

Kommunique vom 23.01.2013
übersetzt von KaRa

  SIE UND WIR
II.- Die Maschine auf knapp zwei Seiten


Januar 2013.

Der Verkäufer spricht:

Das ist etwas ganz tolles, sehr »cool«, damit Sie verstehen. Es nennt sich »neoliberale Globalisierung Version 6.6.6.«, aber wir nennen sie lieber »die Wilde« oder »die Bestie«. Ja, eine aggressive Bezeichnung, voller Antrieb eben, ziemlich grrr. Ja, das habe ich im persönlichen Selbstüberwindungskurs »Wie man einen Alptraum verkauft« gelernt … aber zurück zur Maschine. Ihre Funktionsweise ist sehr einfach. Sie braucht nur sich selbst (oder ist »nachhaltig«, wie es jetzt heißt). Was sie produziert, sind wahrhaft exorbitante Gewinne … Was? Diese Gewinne in die Linderung des Hungers, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die fehlende Bildung investieren? Aber es sind doch gerade diese Mangelzustände, die dieses Schmuckstück zum Laufen bringen! Wie finden Sie das? Eine Maschine, die gleichzeitig den Brennstoff produziert, den sie zum Funktionieren braucht: Elend und Arbeitslosigkeit.

Natürlich stellt sie auch Güter her, aber nicht nur. Schauen Sie: Nehmen wir an, es wird etwas völlig unnützes hergestellt, etwas, das keiner braucht, wofür es also keinen Markt gibt. Nun, dieses Wunderwerk hier produziert nicht nur das Unnütze, sondern schafft auch den Markt, der diese Nutzlosigkeit in einen lebenswichtigen Artikel verwandelt.

Die Krise? Natürlich, drücken Sie nur diesen Knopf hier … nein, nicht den, das ist der zum »Auswerfen« … den anderen … ja. Gut, drücken Sie diesen Knopf, und – tatah!, hier haben Sie die Krise, die sie brauchen, komplett, mit Ihren Millionen von Arbeitslosen, Ihren Panzern zur Aufstandsbekämpfung, Ihren Finanzspekulationen, Ihren Dürren, Ihren Hungersnöten, Ihrer Entwaldung, Ihren Kriegen, Ihren apokalyptischen Religionen, Ihren hohen Rettern, Ihren Gefängnissen und Friedhöfen (für die, die den hohen Rettern nicht folgen), Ihren Steuerparadiesen, Ihren Hilfsprogrammen inklusive musikalischer Untermalung und Choreografie … natürlich, ein bisschen Wohltätigkeit wird immer gern gesehen.

Aber das ist nicht alles, gestatten Sie mir, Ihnen dieses Demo zu zeigen. Wenn Sie den Modus »Zerstörung/Entvölkerung-Rekonstruktion/Neuordnung« einschalten, vollbringt sie wahre Wunder. Schauen Sie sich nur dieses Beispiel an: Sehen Sie diese Wälder da? Ach, machen Sie sich um diese Indígenas keine Sorgen … ja, sie gehören zum Volk der Mapuche; aber es könnten auch Yaquis, Mayos, Nahuas, Purépechas, Mayas, Guaranís, Aymarás oder Quechuas sein. Gut, drücken Sie jetzt auf »Play« und schauen Sie, wie die Wälder verschwinden (die Indígenas auch, aber die sind nie wichtig), und nun schauen Sie, wie alles zur Einöde wird, warten Sie … da kommen schon die Maschinen, und violá!: Hier haben Sie den Golfplatz, von dem Sie schon immer geträumt haben, mit exklusiver Wohnanlage und allen Dienstleistungen. Herrlich, nicht wahr?

Es ist auch eine Software dabei, die ist das Neuste vom Neusten. Sie können hier Klick machen, wo »Filter« steht, und in ihrem Fernseher, Radio, in ihrer Zeitung, in ihrem Feisbuk, Twuiter, Jutjub, überall erscheinen nur Psalmen und Loblieder auf Sie und die Ihren. Ja, jegliche Kommentare, Texte, Bilder, sämtlicher Lärm, all die schlechten Schwingungen, die diese anonymen, schmutzigen, hässlichen und bösen Prolls verbreiten, werden gelöscht … ja, und sämtliche Frechheiten.

Es gibt einen Fußhebel (aber mit nur einem Klick können Sie auch auf Autopilot schalten); Heliport; kein Flugticket, denn da gibt es dann keinen Ort, an den man fliehen könnte, aber es gibt einen Platz im nächsten Raumschiff; dann haben Sie auch Ihre exklusive Super-Hyper-Mega-Mall; Golfplatz; Minibar; Jachtclub; ein bereits gerahmtes Harvard-Diplom; Sommerresidenz; Eisbahn … ja, ich weiß schon, was täten wir nur ohne die moderne Linke und ihre Einfälle? Ah, und mit diesem Wunderwerk können Sie in »Echtzeit« und gleichzeitig überall auf der Welt sein, als hätten Sie Ihren eigenen und exklusiven globalen Bankautomaten.

Mmh … ja, es ist auch eine päpstliche Bulle dabei, damit Sie ganz sicher einen VIP-Platz im Himmel bekommen. Ja, ich weiß schon, aber an der Sache mit der Unsterblichkeit arbeiten wir bereits. In der Zwischenzeit können wir Ihnen als Accessoire (für einen Aufpreis selbstverständlich, aber ich bin sicher, dass das für jemanden wie Sie kein Problem darstellt) einen Panikraum installieren! Ja, Sie wissen ja, dass es diesen Vandalen immer mal in den Sinn kommt, das einzufordern, was ihnen gehört, von wegen »das Land gehört denen, die es bearbeiten«. Oh, aber Sie müssen sich keine Sorgen machen. Dafür haben wir Regierende, politische Parteien, neue Religionen, »Reality Shows«. Aber natürlich, es ist nur eine Annahme, aber was geschieht, wenn sie eines Tages versagen? Selbstverständlich ist uns in Sicherheitsfragen keine Ausgabe zu hoch. Natürlich, notieren Sie: »inklusive Panikraum”.

Es gibt auch ein TV-Studio, ein Rundfunkstudio und eine Redaktion. Nein, verstehen Sie mich nicht falsch. Sie sind nicht zum Fernsehen oder Radiohören oder zum Lesen von Zeitungen und Zeitschriften gedacht, das ist für den Pöbel. Ist das nicht genial?

Was? Oh … gut … ja … ich fürchte, dieses kleine Problem konnten unsere Spezialisten nicht lösen. Ja, wenn das Rohmaterial, ich wollte sagen, wenn die ungebildete Masse rebelliert, dann kann man nichts machen. Ja, kann sein, dass der »Panikraum« in dieser Situation auch nichts hilft. Aber man muss deswegen nicht pessimistisch werden, denken Sie einfach, dass dieser Tag … oder diese Nacht … noch in sehr ferner Zukunft liegt. Ja, das mit dem »New-Age«-Optimismus habe ich auch in meinem persönlichen Selbstüberwindungskurs gelernt. Häh? Was? Ich bin entlassen?


(Fortsetzung folgt…)

Aus irgendeinem Winkel irgendeiner der Welten.

SupMarcos.
Planet Erde

Januar 2013.


Begleitvideos:

1) Fuck Tha Posse – El Fin De Los Días (Dr. Loncho, Oscar A Secas y Hazhe) – 20 Minutos Mixtape Vol. 1:



2) Über den Kampf der Mapuche:




Aus dem mexikanischen Spanisch von KaRa

 Quelle:  
  http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2013/01/22/ellos-y-nosotros-ii-la-maquina-en-casi-2-cuartillas/ 
 

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