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Mexiko-Projekte von medico international schweiz, Jahrebericht

 

Mexiko: Zurück in die Vergangenheit?

medico international vom 20.03.2013
Philipp Gerber und Sanja Previsic

  »Als er erwachte, war der Dinosaurier immer noch da.« Diese Mikroerzählung von Augusto Monterroso, verfasst 1959, galt lange Jahrzehnte als eine konzise Beschreibung der mexikanischen Politik. Die PRI regierte seit der mexikanischen Revolution lange Jahrzehnte, und nun sind die »Dinosaurier« wieder zurück, wenn auch mit verjüngtem Image: Seit dem 1. Dezember 2012 sitzt die PRI erneut im Präsidentensessel. Die Wahl des telegenen Präsidenten Enrique Peña Nieto wurde von heftigen Protesten gegen den massiven Stimmenkauf überschattet, der Übergang zu einer realen Demokratie ist einmal mehr gescheitert. Auch unsere Partnerorganisationen müssen sich der Situation stellen, dass das autoritäre Regime nicht überwunden wurde und die Gesellschaft nach der blutigen Regentschaft von Felipe Calderón zutiefst verunsichert und verletzt ist.

Chiapas: Die zapatistischen Kliniken sind ein Erfolgsmodell

Trotzdem konnten kleine, aber wichtige Erfolge in der täglichen Arbeit verbucht werden. Die von ÄrztInnen im Sozialjahr betreuten zapatistischen Kliniken im Bundesstaat Chiapas leisteten auch dieses Jahr für grosse Einzugsgebiete in diesen indigenen Regionen einen hervorragenden Gesundheitsdienst, wie uns der Partner »Gesundheit und Gemeindeentwicklung« SADEC vor Ort aufzeigt und in sorgfältigen Statistiken über die Krankenbesuche und die damit verbundenen medizinischen Leistungen belegt. Die Beliebtheit der zapatistischen Gesundheitsposten in der indigenen Bevölkerung wächst und die Zahl der Konsultationen steigt. Subcomandante Marcos schreibt nach den Mobilisierungen von rund 40’000 Zapatistas am 21.12.12, dem Tag des »Weltuntergangs«, im Kommunique: »Die indigenen regierungstreuen Anhänger kommen in unsere Krankenhäuser, Kliniken und Labors, weil es in denen, welche die Regierung zur Verfügung stellt, weder Medikamente, Geräte, Ärzte, noch qualifiziertes Personal gibt.« Einer der Schwerpunkte im Klinikalltag und in den Weiterbildungen bleibt die reproduktive Gesundheit. Diese unabhängige Struktur dient insbesondere auch dazu, der indigenen Bevölkerung einen direkteren Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Oaxaca: Der beharrliche Einsatz fürFolterüberlebende zeigt langsam Wirkung

Die Arbeit des Komitee für integrale Menschenrechtsverteidigung CODIGO DH im Bundesstaat Oaxaca und des Kollektiv gegen Folter und Straflosigkeit CCTI in Guerrero, beides Partner von medico, konzentriert sich weiter auf die medizinische und psychologische Betreuung von Folterüberlebenden und deren umfassende Verteidigung. Dazu gehört insbesonders das Sichtbarmachen der Folter durch die öffentliche Anklage. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung gelang, als das Anti-Folter-Komitee der UNO die gut dokumentierten Fälle unserer Partnerorganisationen mit in seine Analyse einbezog und die mexikanischen Behörden anmahnte, endlich gegen die krasse Zunahme der Folterfälle (über 500% in den letzten 6 Jahren) vorzugehen.

In Oaxaca gelang es den von CODIGO DH begleiteten Folterüberlebenden des Volksaufstandes von 2006, den Gouverneur zu einem öffentlichen Schuldeingeständnis für die schweren Menschenrechtsverletzungen der Vorgängerregierung zu bringen. Noch lieber sähen diese mutigen Menschen allerdings ihre Folterer hinter Gittern. Auch die versprochenen Wiedergutmachungsleistungen des Staates wurden noch nicht umgesetzt. Und neue Konflikte kommen hinzu. So hat CODIGO DH Delegationen in Gemeinden begleitet, wo umstrittene Grossprojekte (wie Minen und Windenergie-Anlagen) gebaut werden, unter Verletzung der Rechte der indigenen Bevölkerung.

Guerrero: Menschenrechtsarbeit unter schwierigsten Bedingungen

In Guerrero hält das CCTI ihr kleines Büro in Acapulco aufrecht, das dort eines der wenigen Anlaufstellen für Repressionsopfer ist. Guerrero ist seit Mitte 2012 der gewalttätigste Bundesstaat Mexikos, die Mafia in Wirtschaft und Politik ist allgegenwärtig. Dennoch gelingt es dem CCTI, unter umfassenden Sicherheitsmassnahmen politische Gefangene in verschiedenen Haftanstalten psychologisch zu betreuen. Das CCTI ist auch in Konfliktsituationen zum Schutz der Zivilbevölkerung aktiv und arbeitet mit besonders gefährdeten Zielgruppen präventiv zum Thema Folter. Dabei können der Arzt und die Psychologin des Büros in Acapulco auf die Mithilfe von Freiwilligen sowie auf zahlreiche Fachkräfte des CCTI-Hauptbüros in Mexiko Stadt zählen.

Wertvolle internationale Anerkennung

Kurz vor Jahresende erreichte uns noch eine positive Nachricht: Die staatliche spanische Menschenrechtsstelle verlieh ihre jährliche Anerkennung dem mexikanischen Netzwerk »Alle Rechte für alle«, dem das CCTI und CODIGO DH angehören. Die Auszeichnung ist eine wichtige internationale Rückendeckung für die schwierige Arbeit der 73 Organisationen des Netzwerks. Wir gratulieren unseren PartnerInnen zu diesem Preis und beharren gemeinsam mit ihnen darauf, dass in Zukunft die Rechte der Menschen und der Schutz der MenschenrechsvertreterInnen verstärkt werden.

Die Mexiko-Projekte im Überblick

Begleitung von Folterüberlebenden und Gewaltprävention in Oaxaca
Partnerorganisation: Komitee für Integrale Menschenrechtsverteidigung Gobixha Codigo DH

Folterprävention und Begleitung von Betroffenen in Guerrero
Partnerorganisation: Kollektiv gegen Folter und Straflosigkeit CCTI

Indigene Basisgesundheit in Chiapas
Partnerorganisation: Gesundheit und Gemeindeentwicklung SADEC

Total Projektzahlungen 2012: 69’000 Franken

Spendenstichwort: Mexiko


 Link  
  Jahresbericht 2012 (PDF-Link)


medico international schweiz
Quellenstrasse 25, Postfach 1816
CH-8031 Zürich
+41 044 273 15 55
www.medicointernational.ch
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Postkonto 80-7869-1

 Quelle:  
  http://www.medicointernational.ch 
 

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