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Strategische Einbindung - Wie Protestbewegungen manipuliert werden

Buchneuerscheinung

Buchtipp vom 11.05.2014
von Dirk Seifert

  Lesen, wie Protestbewegungen manipuliert werden Über Mediationen, runde Tische …
eine Bucherveröffentlichung

Strategische Einbindung - Wie Protestbewegungen manipuliert werden24. März 2014

In wenigen Tagen erscheint ein Buch, das sich intensiv mit Strategien der politischen Mediation und sozialen Bewegungen auseinandersetzt. Es geht um Dialoge, runde Tische oder Schlichtungen. Michael Wilk und Bernd Sahler als Herausgeber informieren über »Strategische Einbindung«. Der Klappentext des Buches kündigt an:

Ob Flughafenerweiterungen, Kohleabbau, Bahnprojekte wie Stuttgart 21, Autobahnausbau oder Stromleitungstrassen - Proteste gegen Großprojekte nehmen zu. Offene Repression, Polizei und Justiz wirken als Durchsetzungsmethode oftmals kontraproduktiv, verstärken Unruhe und Empörung gegenüber autoritärem Regierungshandeln. Mediations-, Dialog- und Schlichtungsverfahren bieten sich als Alternative an. Die »sanften« Methoden einer Strategischen Einbindung werden immer häufiger zur Befriedung, Kanalisierung von Protest und Marginalisierung von Widerstand eingesetzt.

In diesem Sammelband kommen engagierte AutorInnen aus Sozialen Bewegungen zu Wort, die von ihren negativen Erfahrungen mit Mediationen und runden Tischen berichten. Sie zeigen die Fallen auf, die in Beteiligungen an von oben eingefädelten Gesprächsrunden lauern, und analysieren anschaulich die manipulativen Wirkungsweisen und politischen Folgen von Einbindung. Strategische Einbindung ist auf dem Vormarsch und gewinnt zunehmend als Herrschaftsinstrument an Bedeutung.

Verweigerung gegenüber den Einbindungsversuchen ist mehr als eine Option - sie ist Voraussetzung zur Wahrung einer kritischen Distanz und legitimes, ja notwendiges Mittel in der Auseinandersetzung mit herrschender Politik.

Michael Wilk, Bernd Sahler (Hg.):
Strategische Einbindung
Von Mediationen, Schlichtungen, runden Tischen … und wie Protestbewegungen
manipuliert werden
Beiträge wider die Beteiligung
ISBN 978-3-86841-094-5
ca. 170 Seiten
Preis: 14,00 EUR, Verlag Edition AV
http://www.buchhandel.de/detailansicht.aspx?isbn=9783868410945

Inhaltsverzeichnis:

  • Was heißt Strategische Einbindung?
  • Einbeziehung als Herrschaftsinstrument und die Mediation am Frankfurter
    Flughafen
  • Trick 17 mit Selbstüberlistung. Wieso die Schlichtung zu Stuttgart 21 ein Fehler war und warum die Politische Mediation keine Alternative ist
  • Die Mitmach-Falle. Die Politische Mediation ist nur ein Baustein in einem weiter ausgreifenden Herrschaftsprojekt, das Bürgerbeteiligung heißt
  • Vom Riesen einverleibt. Eine Analyse der RWE-Studie »Akzeptanz braucht Bürgerbeteiligung«
  • Schlichtung als Entpolitisierung oder: Die Dialektik der Mediation
  • Verschweigen - Verschleiern - Vereinnahmen: Atomzentrum Karlsruhe - Erfahrungen aus vier Jahrzehnten Bürgerprotest und einer Mediation
  • Parteien als Reintegrationsinstrument - eine Bewegung zwischen Widerstand
    und Anpassung
http://umweltfairaendern.de/2014/03/ein-vorwort-wie-protestbewegungen-manipu


Ein Vorwort

Wie Protestbewegungen manipuliert werden

Mit der freundlichen Erlaubnis von Mitherausgeber Michael Wilk veröffentlicht umweltFAIRaendern hier das Vorwort aus dem Buch.

Sie heißen Schlichtung, Mediation, Runde Tische, Bürgerdialog, Konsensforum, Dialogtag und so fort. Einerlei, welch freundliche Begriffe gewählt werden, das ihnen gemeinsame Merkmal ist, dass Bürgerlnnen- und Protestbewegungen in Entscheidungsprozesse von umstrittenen Bauvorhaben und politischen Plänen mithineingezogen werden - ohne etwas mitentscheiden zu können. Dahinter steckt System und deshalb haben wir dieses Buch ›Strategische Einbindung‹ genannt.

Die Idee zu diesem Sammelband entstand im Anschluss an eine Artikelserie [1] zur Politischen Mediation in der Monatszeitung »Graswurzelrevolution«. Diese Artikel wurden Ende 2012/Anfang 2013 in der Nachwirkung der von Heiner Geißler durchgeführten Schlichtung zum Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 verfasst. Sie schienen uns zu wertvoll, um sie nicht noch einmal in übersichtlicher und handlicher Form einem anderen und breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Zu diesen Beiträgen zählen die von Bernd Sahler, Thomas Wagner und Florian Hurtig. Die hier abgedruckten Texte sind leicht überarbeitete Fassungen dieser Artikel. Gänzlich neu und speziell für dieses Buch verfassten Michael Weingarten, Annette Ohme-Reinicke und Harry Block ihre Beiträge. Die beiden von Michael Wilk erstellten Texte analysieren und beschreiben nicht nur die Problematik von Mediationsverfahren, sondern auch die integrierende Wirkung von Parteien in Bezug auf soziale Bewegungen. Sie führen eine Auseinandersetzung fort, die er bereits Ende der 90er Jahre im »Schwarzen Faden« [2] eröffnete und die Eingang in »Macht, Herrschaft, Emanzipation« [3] fanden. Sie wurden für diese Publikation neu geschrieben, aktualisiert und ergänzt.

Ausdrücklich und ganz herzlich danken wir an dieser Stelle den Autorinnen für ihre Beiträge! Thomas Wagner für seine erhellende Analyse von Bürgerbeteiligungen; Florian Hurtig für seine aufschlussreiche Auseinandersetzung mit der Akzeptanz-Studie von RWE; Harry Block für seinen lehrreichen Erfahrungsbericht zum Mediationsverfahren und den Protest rund um das ehemalige Kernforschungszentrum Karlsruhe; und Annette Ohme-Reinicke & Michael Weingarten für ihre detailreiche Studie zur politischen Dynamik der Geschehnisse rund um die Schlichtung zu Stuttgart 21.

Der Vorzug eines Sammelbandes ist, dass es wie ein Lesebuch gelesen werden kann . Meint: Die Leserln kann alle Beiträge lesen oder einzelne, kann hinten beginnen oder mit dem· Vorwort, kann also interessengeleitet lesen, ohne dass Aussagen nicht verstanden werden. Die Texte stellen in sich geschlossene Abhandlungen dar.

Eine andere Besonderheit ist die thematische Konzentration, hier: auf die Kritik an der Strategischen Einbindung. Diese Eingrenzung bringt mit sich, dass die Beiträge inhaltliche Überschneidungen aufweisen oder sich Aussagen wiederholen. Wir betrachten diese Redundanzen jedoch nicht als einen stilistischen Schönheitsfehler, sie sind von uns gewollt und haben Gründe. Denn die Geschichten von Einbindung, die hier erzählt werden, kommen aus unterschiedlichen Konfliktfeldern und verschiedenen Erfahrungshintergründen und münden dennoch in ähnliche oder gleiche Schlüsse und Erkenntnisse.

Es lag uns daran, Beiträge zu versammeln, die ihre Analyse entlang von konkreten Beispielen formulieren, die sich also auf reale Geschehnisse beziehen. Eine Analyse ist so besser nachzuvollziehen, die Fakten lassen sich leichter einordnen und das Ganze ist spannender zu lesen.

In diesem Sinne haben wir auch auf eine verständliche Sprache Wert gelegt; eine praxisbezogene Sprache, deren Wahrheitsgehalt sich nicht an der Vielzahl von Fachbegriffen und wissenschaftlichen Ausdrücken bemisst. Entsprechend sind die Beiträge nicht aus einer theoretisch-akademischen Perspektive geschrieben, sondern aus dem Blickwinkel engagierter Menschen in sozialen Bewegungen, die an Veränderungen von unten interessiert sind.

Zur Sprache gehört nach unserem Verständnis auch, dass sie gendergerecht ist; also die weibliche wie die männliche Sprachform verwendet. Im Dilemma zwischen »richtiger« Schreibweise und guter Lesbarkeit haben wir uns wie folgt entschieden: Alle Personenbezeichnungen, bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. Investoren, sind mit dem großen I geschrieben. Um den Lesefluss nicht zu stören, haben wir nicht jedes Mal die Artikel beider Geschlechter dem Substantiv vorangestellt (der/die Einzelne) sondern nur den weiblichen: die Einzelne.

Obwohl Mediations- und Schlichtungsverfahren die Chancen sozialer Bewegungen und den Verlauf von politischen Auseinandersetzungen, stark negativ beeinflussen, wie wir meinen, steht nach unserer Einschätzung die breite Aufarbeitung und Diskussion dieser Verfahren erst am Beginn. Mit seinem im August 2013 veröffentlichten Buch »Die Mitmachfalle« [4] hat Thomas Wagner einen vielversprechenden Anfang gemacht. In diese Debatte reiht sich dieser Sammelband ein.

Im Vergleich zur Mitmachfalle stehen allerdings nicht Bürgerbeteiligungen in ihrer Bandbreite im Zentrum. Der Fokus des vorliegenden Bandes liegt auf großen Auseinandersetzungen um Großbauprojekte, im Zuge derer Einbindungsgespräche stattgefunden haben. Wir reden bzw. schreiben hier von Kämpfen zwischen Massenbewegungen und Konzernen und Regierungen, von Konfliktfeldern wie Stadtpolitik, Flughafenausbau, Atomenergie und Energie- bzw. Klimapolitik

Es geht in diesem Buch nicht um das Für und Wider der Beteiligung an Vermittlungsgesprächen. Die Entscheidung ist gefallen. In diesem Sammelband sind Beiträge vereint, die sich durch Kritik und Ablehnung von Einbindungsverfahren kennzeichnen. Wir wollen mit diesem Buch weitere Argumente, Fakten, Erfahrungen und Erkenntnisse liefern und eine Position untermauern, die sich gegen die Beteiligung an Mediationen ausspricht. Wenn dieses Buch dazu beiträgt, die Eigenständigkeit und den potentiellen emanzipativen Charakter von sozialen Protestbewegungen zu stärken, dann hat es seinen Zweck erfüllt.

Die Herausgeber

[1] http://duckduckgo.com/?sites=www.graswurzel.net&q=Mediation
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Faden
[3] http://www.michael-wilk.info/schriften.php
[4] http://www.socialnet.de/rezensionen/15437.php

 Quelle:  
  http://umweltfairaendern.de/2014/03/lesen-wie-protestbewegungen-manipuliert 
 

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