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Update Guerrero

Mexiko: Immer noch keine Sicherheit über das Schicksal der 43 verschwundenen Studenten — mehr Proteste und mehr kaum fassbare Details

News vom 17.10.2014
Zusammengestellt von einer Gewährsperson in Mexiko

  Auch am Donnerstag ist bei der Suche nach den 43 verschleppten und verschwundenen Studenten im Bundesstaat Guerrero kein Durchbruch erzielt worden. Der Generalbundesstaatsanwalt Jesús Murillo Karam gab bekannt, dass seine Behörde nun »hohe Belohnungen« für Informanten anbietet. Er nannte keine Summen, doch ist das Vorgehen ein Beleg für die ausbleibenden Erfolge bei den Nachforschungen. Inzwischen ist von bis zu entdeckten 19 Massengräbern in der Umgebung Igualas, dem Ort des Verbrechens, die Rede. Es wird immer unverständlicher, warum es nicht lange vor den Attacken auf die Studenten am 26. September ein Einschreiten von Landes- und Bundesbehörden gab.

Verstärkt wird dieses generelle Unverständnis durch weitere kaum fassbare Details im Fall der Studenten. Zwei von ihnen sollen nach Zeitungsberichten nur wenige Meter von den Installationen einer Militärkaserne in Iguala von ihren Häschern eingeholt worden sein. Die Soldaten in der Kaserne rührten sich demnach nicht. In Iguala sind das 27. Infanteriebataillon und ein zusätzliches Bataillon mit Spezialkräften stationiert. Für großes Stirnrunzeln sorgte der nach wie vor nicht zurückgetretene Gouverneur Guerreros, Ángel Aguirre, bei einem am Mittwoch durchgeführten Treffen mit Abgeordneten aller Parteien. Die Passivität seiner Landespolizei am 26. September angesichts der bereits bekannten Attacken auf die Studenten begründete er damit, der heute flüchtige Bürgermeister von Iguala sei bis 1 Uhr nachts nicht ans Telefon gegangen. Auf die Forderungen nach einem politischen Prozess gegen ihn angesprochen, antwortete Aguirre laut Bericht der Tageszeitung La Jornada: »Es gibt einen sehr spezifischen Unsicherheitsfokus in Iguala. Außerhalb Igualas ist alles friedlich, gibt es Regierbarkeit.« Sein Staatsanwalt Iñaki Blanco leistete einen weiteren Offenbarungseid, als es um die seelenruhige Flucht des Bürgermeisters ging: »Wir wissen nicht, wie er uns entkam.«

Proteste und Wut vor allem unter der Studentenschaft halten an. Hunderte Studenten demonstrierten am Mittwoch vor dem Sitz der Staatsanwaltschaft in Mexiko-Stadt. Auf dem Gelände der Nationaluniversität UNAM versammelten sich tausende Studierende. Einmal mehr ertönte der Ruf »Lebend wollen wir sie wieder.« Mehr als 40 Organisationen und soziale Bewegungen, darunter Studenten aus 17 pädagogischen Landhochschulen sowie die dissidente Koordination der landesweiten Lehrergewerkschaft beschlossen, ab diesem Donnerstag die 81 Rathäuser in Guerrero sowie die Mautstellen der Sonnenautobahn Mexiko-Stadt — Acapulco zu besetzen. Solange, bis der Verbleib der 43 verschwundenen Studenten geklärt ist. Der UNAM-Rektor José Narro Robles wird mit den Worten zitiert: »Nichts kann so sein wie vorher.« Die Frage ist, ob das wirklich so sein wird. Mexikos Präsident Ernesto Peña Nieto wiederholte, das Verbrechen werde aufgeklärt. Die Verantwortlichen werde »das ganze Gewicht des Gesetzes« treffen. Das hat das Land schon so oft gehört.

Die auf Guerrero und die Studenten gerichtete Aufmerksamkeit lässt in den Hintergrund treten, das weiterhin Tag für Tag zweistellige Mordziffern aus Mexiko, manchmal sogar aus einzelnen Bundesstaaten, vermeldet werden. Unter diesen Mordopfern befinden sich immer wieder AktivistInnen. So ermordeten am 11. Oktober Unbekannte in der Touristen- und Hafenstadt Mazatlán, Bundesstaat Sinaloa, den Staudammgegner Octavio Atilano Román Tirado. Heute wurde der Mord an der Aktivistin María del Rosario Fuentes Rubio im Bundesstaat Taumalipas bekannt. Diese hatte mit anderen über das Facebook-Konto »Valor por Tamaulipas« (valor kann mit Mut übersetzt werden, sich aber auch auf den ethischen Wert beziehen) Informationen über die in anderen Medien oft verschwiegenen Verbrechen und Risikozonen im Bundestaat verbreitet. In den sozialen Netzwerken verfolgten bis zu 150 000 Personen diese Informationen. Die Mörder von Fuentes Rubio verbreiteten über deren eigenes Twitterkonto von Drohungen begleitete Fotos von der Leiche.

weitere Informationen zu diesem Fall auf Spanisch:
http://www.animalpolitico.com/2014/10/valor-por-tamaulipas-denuncia-el-asesinato-de-una-de-sus-administradoras/
https://www.jornada.com.mx/2014/10/17/politica/013n2pol

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