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EZLN: 20 plus 10, das Feuer und das Wort

 

Redebeitrag von Commandante David

News vom 20.11.2003
übersetzt von Dana

  EZLN: 20 plus 10, das Feuer und das Wort

Am 20. November, fanden im Rahmen der Kampagne "EZLN: 20 und 10, das Feuer und das Wort", neun Gesprächsrunden zum Thema "Campesinos und Zapatismo", in folgenden Bundesstaaten statt: Tlaxcala, Puebla, Staat Mexiko, Hidalgo, Guerreo, Morelos, Yucatán, Zacatecas und Tabasco.

Das Generalkommando der EZLN schickte an sie alle folgende Botschaft:

Redebeitrag der EZLN in der Gesprächsrunde "Zapatismus und Campesinos"

Comandante Tacho

Guten Tag, Gute Nacht oder Guten Abend.

Dies ist der Beitrag des Geheimen Revolutionören Indigenen Komitees, Generalkommando der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung in der Gesprächsrunde "Campesinos und Zapatismus".

Campesinos, Brüder und Schwestern aus ganz Mexiko, die uns in dieser Runde zuhören. Für uns Zapatisten ist die Lage der Campesinos in Mexiko sehr ernst. Sie ist sehr spürbar. Wir erleben und erleiden die extreme Armut, die sich durch das gesamte Lande erstreckt, aber jetzt noch größer und ernster ist. Diese ernste Lage wird von der gleichen mexikanischen Regierung verursacht, weil sie sich nur um die Interessen der Reichen, kümmert, die großen transnationalen Ausbeuter, die versuchen sich unser Land und unseren Boden durch Geld anzueignen.

Die Regierung kümmert sich nicht um uns Campesinos. Sie hat uns völlig aufgegeben, weil keine nationale Wirtschaftspolitik existiert, die für unsere Erzeugnisse gute Preise garantiert, und einen guten Markt anbietet, um die Lebensbedingungen der Campesinos zu verbessern. Diese Regierung hat uns genau das Gegenteil davon beweisen. Sie fördert nur Gesetze für die Privatisierung, und fördert die Interessen des Neoliberalismus, und zu diesem Zweck reist sie durch die ganze Welt, während hier in Mexiko die Campesinos keine technische Unterstützung haben, keine ausreichenden Unterstützungen und keine Legalisierung des Bodes. Sie wollen ihnen nämlich in der globalisierten Welt eine andere Lebensart aufzwingen, deshalb fördern sie um jeden Preis die Privatisierung und die Aufgabe aller Campesinos in Mexiko. Und wir fallen in die Fallen, die sie gegen die Lebensart der Campesinos vorbereitet haben, und werden noch elender sein.

Angesichts dieser ernsten Situation, besteht das Vorhaben der Reichen darin, uns verschwinden zu lassen, denn sie sagen, wir hätten keine verbesserten Produkte, und dass sie nicht exportiert werden können, kurzum, sie wollen uns tot, elend und erniedrigt sehen.

Aber das ist nicht gesichert. Wir Campesinos leisten gegen diese Eroberung Widerstand, denn wir wissen wie man überlebt. Unsere Geschichte hat es uns bewiesen. Nichts konnte uns vernichten. Auch nicht die Bedingungen von Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Gefängnis, Mord und Ausbeutung. Wir haben die Fähigkeit zu überleben. Wir sind Experten in der Produktion, bei der Produktion der Grundnahrungsmittel, die unser Volk braucht, und nichts kann uns besiegen.

Campesinos, Brüder und Schwestern. Dieses ernste Problem wird von der gleichen Regierung verursacht. Wir müssen uns endlich untereinander organisieren, denn es ist ungerecht, dass der Gewinn unserer Produkte nicht dazu ausreicht, die Werkzeuge zu kaufen, die wir brauchen, das heißt, dass sie nicht ausreichen um andere Materialen zu kaufen, die wir als Campesinos brauchen- Wir sind verpflichtet uns zu organisieren, um für bessere Lebensbedingungen für unsere Familien zu kämpfen. Wir sollten nichts mehr von den schlechten Regierungen erwarten, denn sie wollen uns nur mit den armseligen Programmen Procampo und Progresa betrügen. Diese Überschüsse, die sie verteilen, werden unsere Probleme niemals lösen, und genauso wenig werden sie unsere Lebensbedingungen verbessern.

Wir müssen unser Ejido- und Gemeindeland verteidigen, Deshalb ist das auch eine der Forderungen der Zapatisten, für die wir ebenfalls kämpfen, denn das Land ist die Grundlage unserer Lebensart, ohne Land kann niemand leben, weil das Land unsere Mutter ist, sie gibt uns Leben, ernährt uns und zieht uns auf.

Campesinos, Brüder und Schwestern. Lassen wir nicht zu, dass sie uns das einzige Erbe unseres Lebens als Campesinos wegnehmen. Die derzeitige Regierung hat bereits gezeigt, dass ihre Interessen nicht die des Volkes sind, und auch nicht die der Campesinos, deshalb hat sie den 27. Verfassungsartikel zum Nachteil der Campesinos und zugunsten der Interessen der großen Reichen aus dem Ausland verändert. Deshalb ruft die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung dazu auf, dass wir uns zu organisieren und gemeinsam mit anderen Verbänden und Bewegungen darum kämpfen, dass das Land jenen gehören soll, die es bearbeiten. Lasst uns heute das scheinbar Unmögliche schaffen, organisieren wir uns für das Unmögliche, kämpfen wir für Land und Freiheit, für Demokratie und Gerechtigkeit, für alle Mexikaner.

Aus den Bergen des mexikanischen Südostens, für das Geheime Revolutionäre Indigene Komitee, Generalkommando der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, zum 20. und 10. Jahrestag, das ist alles.

Vielen Dank

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