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Kampf gegen Folter – erfolgreicher Diplomlehrgang in Oaxaca, Mexiko

medico internat. (CH) vom 14.01.2015

  Die Straflosigkeit in Mexiko nicht nur beklagen, sondern aktiv bekämpfen - das gelang unseren Partnerorganisationen anhand einer innovativen Weiterbildung
 
Psychologin Laura Melchor
Psychologin Laura Melchor14.01.2015. Dass Polizisten in Mexiko systematische Folter an Gefangenen anwenden, ist ein weithin anerkanntes Problem. Gemäss Amnesty International hat diese schwere Menschenrechtsverletzung im Vergleich zum Beginn des „Krieges gegen die Drogen“ um 800% zugenommen, gleichzeitig wurden in 7’000 dokumentierten Fällen nur 7 Täter vor Gericht gebracht. Konkrete Versuche, diese epidemische Ausbreitung der Folter einzuschränken, sind selten. Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Sensibilisierung und Weiterbildung der Behörden. Dem hat sich die medico-Partnerorganisation Codigo DH im letzten Quartal 2014 gewidmet: In 200 Unterrichts- und Lektürestunden vermittelten ExpertInnen den 24 AbsolventInnen aus NGO´s, sozialen Bewegungen und Behörden zentrale Kenntnisse zum Thema Prävention und Beweisführung von Folter. 

»Wir müssen als Organisation erst mal anerkennen, dass wir diese Arbeit nicht alleine machen können«, bekannte die Psychologin Laura Melchor (im Bild), welche den Lehrgang koordinierte. »Letztlich sind es die Behörden, welche die Untersuchungen führen und bei Verdacht auf Folter die Anwendung des Protokolls von Istanbul in die Wege leiten müssen«. Das »Istanbul-Protokoll« ist der Standard der Vereinten Nationen für die Untersuchung von Fällen mutmasslicher Folter. In interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen ÄrztInnen, PsychologInnen und JuristInnen kann mit diesem Gutachten die Anwendung von Folter stichhaltig bewiesen werden, möglichst ohne dass dies zu einer Retraumatisierung der Folterüberlebenden führt. »Nur eine enge interdisziplinäre Arbeit nach höchsten internationalen Standards hilft den Folterüberlebenden. Dies konnten wir in diesem Lehrgang erfolgreich herausarbeiten«, so Laura Melchor weiter. Auch wurden mögliche neue Folterfälle diskutiert und die Psychologin stellte fest, dass nun viele Türen auch für bisherige Fälle von Codigo DH geöffnet worden seien.

Zu Beginn der Ausbildung, die an der lokalen Universität UABJO stattfand und von medico international schweiz sowie der Deutschen Botschaft in Mexiko als Teil der Kampagne »Stimmen gegen die Folter« mitfinanziert wurde, sah das Panorama noch anders aus. »Als wir den Lehrgang initiierten, stellten wir fest, wie stark Folter als Normalität angesehen wurde, auch bei diesen zwei Dutzend am Thema interessierten Personen. Doch im Verlaufe der Wochen, erst recht nach den Ereignissen in Iguala, wurde jedem klar, wie wichtig seine oder ihre Aufgabe ist, um der Menschenrechtskrise Mexikos Einhalt zu gebieten«, resümierte Laura Melchor den Lernprozess. Unter den ReferentInnen befanden sich neben SpezialistInnen aus anderen Bundesstaaten wie Jalisco und Chihuahua auch Ärzte und PsychologInnen des medico-Partners CCTI (Kollektiv gegen Folter und Straflosigkeit), so auch deren Arzt Raymundo Díaz, der in Guerrero die Familienangehörigen der 43 Verschwundenen der Ausbildungsstätte für Grundschullehrer von Ayotzinapa begleitet. Die Nähe und die Dringlichkeit des Falls bewirkten, dass sich die Diplom-Klasse öffentlich zu den defizitären Untersuchungen der Behörden im Fall von Ayotzinapa äusserte.

Für die Kollegen des CCTI, welche seit 10 Jahren auf dem schwierigen Thema Folter arbeiten, war der Lehrgang in Oaxaca der dritte dieser Art. Javier Sam, Koordinator des CCTI-Büros in Mexiko Stadt, betonte, dass die massiven Folterfälle in Oaxaca während des Aufstandes von 2006 sowie die aktuellen Ereignisse um Ayotzinapa zum Verständnis des Themas viel beigetragen haben. Die MitarbeiterInnen aus der staatlichen Ombudsstelle, der Staatsanwaltschaft, dem staatlichen Institut für die Rechte der Frauen und der Exekutive »waren empfänglich und zeigten sich engagiert«, meinte Javier Sam. Der Lehrgang war jedoch erst ein Anfang. Die Klasse zeigte sich sehr interessiert daran, weiter kollektiv am Thema zu arbeiten. In einemPressebulletin zum Abschluss des Lehrgangs versprachen die AbsolventInnen, dass sie »den Kampf gegen Folter von Oaxaca aus weiterführen« würden. Ein wichtiger erster Schritt ist getan.

Unterstützt den Kampf gegen Folter in Mexiko: medico international schweiz, 8031 Zürich. Postcheckkonto 80-7869-1. Spendenstichwort »Mexiko«

 Quelle:  
  http://medicointernational.ch/projekte/mexiko/hintergruende/453 
 

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