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Etwas andere Weihnachten

 

Pressemitteilung

CIEPAC vom 19.12.2003

  SLOK’ OB’ AL MUK’UL UTZ INTAEL

Das ist der Name in Tzotzil des Schandmals. Diese 8-Meter hohe Skulptur befindet sich in der Gemeinde von Acteal im Staat Chiapas, Mexiko. Auch dieses Jahr stellt das Kunstwerk ein Weihnachtsgeschenk des daenischen Bildhauers Jens Galschiot fuer die in Acteal lebenden Indigenas dar.

Die Geschichte begann mit dem Massaker von 45 Indigenas am 22. Dezember 1997, als Frauen, Kinder und Maenner gerade dabei waren eine Weihnachtsmesse fuer Frieden und Versoehnung in ihrem Gemeindebezirk zu feiern. Bei diesem Massaker wurden von der paramilitaerischen Gruppe, die die kleine Holzkirche angriffen, hauptsaechlich Frauen und Kinder massakriert. Nur wenige der Schuldigen wurden bestraft, der groesste Teil lebt heute noch straffrei.

Der Nationale Indigenen — Kongress (CNI) hat 1999, um die Erinnerung an das Massaker unvergesslich zu machen, zusammen mit dem Kuenstler Jens Galschiot das Schandmal aufgestellt. Die Skulptur besteht aus mehr als 50 leidenden, menschlichen Koerpern, dargestellt in Form einer Pyramide, ein Koerper jeweils ueber dem anderen.

Bereits 1997 wurde das erste Schandmal in Hongkong errichtet, als eine offene Anklage gegen das Massaker an der Demokratischen Bewegung auf dem Platz Tiananmen in Peking. Die zweite Skulptur wurde im Jahr 2000 in Brasilien Aufgestellt, um das Toeten der unzaehligen Landarbeiter der Bewegung "Sem Terra" anzuklagen. Die internationale Presse taufte diese Skulptur auf den Namen "Nobelpreis der Uebergriffe".

Bis jetzt hatte das mexikanische Schandmal lediglich Erklaerungen in Englisch und Spanisch, Sprachen, die viele Indigene nicht verstehen. Daher gab es den Wunsch, die Inschrift auch in Tztotzil, der lokalen Sprache, anzufertigen. Die Ubersetzungen wurden nach Daenemark geschickt, wo der Bildhauer Jens Galschiot alle Texte in der fuer ihn voellig unverstaendlichen Sprache Tzotzil fertiggestellt hat.

Die Ausweisung des Bildhauers

Die Skulptur nimmt einen besonderen Stellenwert ein, wenn am 22. jeden Monats in einer Zeremonie der Opfer gedacht wird. Zu Weihnachten finden die Feierlichkeiten ihren jaehrlichen Hoehepunkt, wenn am 22. Dezember Menschen aus der ganzen Welt zusammenkommen um der Opfer des Massakers zu gedenken. Dieses Jahr werden Doris Palvio und Mikkel Iversen aus Daenemark als Galschiot’s Stellvertreter die neuen Bronzeplatten den Indigenen von Acteal uebergeben. Der Kuenstler selbst wurde, nachdem er 1999 das Schandmal aufgestellt hatte, aus Mexiko ausgewiesen und hat seitdem Einreiseverbot.

"Ich fuehlte mich ein bisschen beschaemt, als sie mich um die Uebersetzungen baten. Auf diese Weise fuehle auch ich mich schuldig bezueglich der Geringschaetzung der indigenen Kulturen. Zuvor hatte ich die Erklaerungen nur in den Sprachen der ‚Weisen’, aber jetzt habe ich das wieder gutgemacht." so der Bildhauer selbst.

¡Ya basta!

Kommendes Silvester ist der 10-jaehrige Geburtstag des Aufstandes der EZLN (Ejercito Zapatista de la Liberación Nacional). Neben der Stadt San Cristóbal de las Casas haben die Zapatisten im Januar des Jahres 1994 die Rathäuser von vier weiteren wichtigen Staedten in Chiapas eingenommen. Die Indigenen haben "¡Ya basta!" (Schluss!) gesagt, zum Vergessen, zur Marginalisierung, und zum praktischen Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben seit mehr als 500 Jahren, indem sie die mexikanische Regierung aufforderten endlich ihr Wort zu halten und das Gesetz zu respektieren.

Viele Menschen verstehen noch immer nicht die Belange der indigenen Voelker, aber wie viele andere Laender so hat auch Mexiko eine Verfassung, in der Gleichberechtigung fuer alle garantiert ist, wie zum Beispiel der Gebrauch und Nutzen der natuerlichen Ressourcen. Die Wahrheit ist jedoch, dass die Regierung nicht die Belange dieser Voelker anerkennen will, die in den Vertraegen von San Andrés am 16. Februar 1996 von der Foederalen Regierung und der EZLN unterschrieben und somit garantiert wurden. Die Korruption und die permanenten Verstoesse gegen die Menschenrechte sind die Antwort auf ihre Bitten, was den mangelnden Willen seitens der foederalen und staatlichen Regierungen illustriert. Um den Dialog und die Verhandlungen mit der Fox-Regierung wieder aufzunehmen hatte die EZLN um die Erfuellung dreier Punkte gebeten, was bis jetzt jedoch nur auf taube Ohren gestossen ist.

Als Daenemarks Premierminister Anders Fogh Rasmussen Mexiko im November 2003 einen Besuch abgestattet hat, betonte er als Vertreter der Europaeischen Union, dass er beeindruckt sei von den Fortschritten im Bereich der Menschenrechte und bezog sich damit auf die ersten drei Jahre der sechsjaehrigen Amtszeit von Vicente Fox. Rasmussen gratulierte dem mexikanischen Praesidenten zur Verbesserung der Situation der indigen Voelker. Dies ist ein Gedanke, den keine indigene Organisation bestaetigen kann. Die indigenen Voelker sehen keinerlei Fortschritt und fuehlen sich nach wie vor unterdrueckt und diskriminiert.

Aufgrund dieser Situation kommen noch immer Hunderte von Menschen alljaehrlich zu Weihnachten zusammen, um mit Feierlichkeiten wie denen in Acteal friedlich zu protestieren, ringsum ein prägnantes Symbol fuer Verstoesse der Menschenrechte, um sich zu solidarisieren und den Schmerz der Familien zu teilen, die ihre Lieben und Angehoerigen in diesem Massaker verloren haben.

Fotos der Schandmals sind kostenlos zu finden unter:
http://www.aidoh.dk/photos/photoposmex-index.htm
Fuer mehr Information: Jens Galschiot — Banevaenget 22, DK-5270 Odense N, Daenemark Tel. (+45) 6618 4058 — Fax (+45) 6618 4158 E-mail: aidoh-at-aidoh.dk — Info: www.aidoh.dk

Kontakt Doris Palvio in Méxiko: palvio-at-yahoo.com
Kontakt Mikkel Iversen (CIEPAC) in Mexiko: Tel. +52 (967) 674 5168,
mive98-at-hotmail.com Kontakt Katia Schaetzle (CIEPAC) in Mexiko: Tel. +52
(967) 674 5168, raggarebellion-at-yahoo.de

Las Abejas en Acteal: xarupe-at-hotmail.com

Information zur Situation in Méxiko:
www.ezln.org (die Zapatisten) und www.laneta.apc.org/cni/ (Nationaler Indigenen Kongress)

 Quelle:  
  http://www.ciepac.org/ 
 

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