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Megaexperiment an US-BürgerInnen mit gentechnisch veränderten Organismen?

Poonal vom 17.02.2015
von Antonio Turrent Fernández

  (Mexiko-Stadt, 11. Februar 2015, la jornada).- Im Jahr 2014 wurde auf 93 Prozent der insgesamt 37 Millionen Hektar umfassenden Maisfelder in den USA gentechnisch verändertes Saatgut ausgebracht. Gensoja wurde auf 34 Millionen Hektar angebaut. Dies ist zweifellos ein enormer Erfolg für die transgenes Saatgut produzierenden multinationalen Konzerne. Angeführt von Monsanto kontrollieren sie den Markt für diese Saaten und ebenfalls den Markt für die nicht gentechnisch veränderten Sorten. Sowohl Genmais als auch Gensoja werden in den USA als Futtermittel und industrielle Inputs konsumiert. Sie sind aber auch Grundlage verarbeiteter Lebensmittel und gehören zu den wichtigsten Exportprodukten.

Versuchssubjekte tragen ungefragt die Risiken

Die gentechnische Durchdringung dieser Anpflanzungen in den USA beschleunigte sich mit der gegen das Herbizid Roundup® (mit Glyphosat als aktivem Inhaltsstoff sowie weiteren Nebenbestandteilen) toleranten Gensoja und dem ebenfalls gegen Roundup sowie verschiedene Schädlinge mehrfach toleranten Genmais. Da Glyphosat zudem beim Blattwerk der Pflanzungen austrocknend wird, kommt es auch vor den Ernten, motorisiert durchgeführt werden, ausgiebig als Sprühmittel zur Anwendung. Der Glyphosat-Gebrauch als Teil der Gentechnik ist einer der Erfolgsmotoren für Monsanto gewesen, verfügt der Konzern doch auch über das Patent für dieses Mittel. Glyphosat ist von Monsanto als unbedenklich für die menschliche Gesundheit und die Umwelt angepriesen worden.

Auf die USA entfallen 25 Prozent des Glyphosat-Konsums. Als verunreinigende Substanz ist dieses Mittel dort allgegenwärtig. Es befindet sich in den Gewässern, im Trinkwasser, in den Ernten der transgenen und nicht-transgenen Pflanzungen, im Urin von Menschen, in der Muttermilch, im Blut, usw. Die Werbung bezüglich seiner Unschädlichkeit, die laxe Regulierung der US-Regierung und seine Wirksamkeit im transgenen Landbau haben dazu geführt, dass es sich um ein Megaexperiment an der Umwelt und mit der US-Bevölkerung als Versuchskaninchen zu handeln scheint. Bei diesem Experiment genießen die Multis ihren »eroberten« Wohlstand. Die Versuchssubjekte tragen ungefragt das Risiko des Ungewissen.

Sehr starke Zunahme degenerativer Erkrankungen in den USA

Seit den 1990er Jahren hat sich das Auftreten von 22 degenerativen Krankheiten in der US-Bevölkerung um ein Vielfaches der historischen Raten erhöht. Der Autismus bei Kindern machte 1985 einen Fall pro 2.500 Kinder aus, 2013 betrug das Verhältnis 1 zu 50. Ein kometenhafter Anstieg in weniger als drei Jahrzehnten. Die Todesfälle aufgrund von Herzkrankheiten, Demenz, Diabetes, und Fettleibigkeit haben einen ähnlichen Zuwachs verzeichnet. Welche Gründe gibt es dafür? Der Menschenverstand ließe an vielschichtige, unzusammenhängende Prozesse denken. Dagegen veröffentlichten A. Samsel und S. Seneff nach der Prüfung von 286 wissenschaftlichen Texten 2013 einen heftig umstrittenen Artikel, der die Unschädlichkeit von Glyphosat hinterfragt.

Die Autoren legen nahe, dass die allgegenwärtige Kontamination mit Glyphosat ein äußerst entscheidender Faktor beim beobachteten Zustand der US-amerikanischen Gesundheit ist (Samsel A. y S. Seneff. 2013. Entropy, vol 15, 1416-1463 ff.; doi:103390/e151041416). Ihre Publikation zielt auf das Kerngeschäft der Marktmacht »Glyphosat-Transgene-Monsanto«. Mit Sicherheit werden die Verfasser die besondere repressive Behandlung nach dem »Alles-ist-erlaubt-Motto« erfahren, die zuvor bereits andere Autoren erhielten: Chapela in Kalifornien, Seralini in Frankreich, Carrasco in Argentinien, Carman in Australien. Sie alle veröffentlichten Ergebnisse, die an den Fundamenten dieses enormen Absatzmarktes rütteln.

Starke Korrelationen zwischen Glyphosatmengen und Krankheiten

Im erwähnten Artikel werden die starken Korrelationen zwischen dem Auftreten der erwähnten Krankheiten und den Glyphosatmengen auf den transgenen Mais- und Sojapflanzungen in den USA hervorgehoben. Der Text benennt mehrere Aktionsmechanismen von Glyphosat, die als mögliche Kausalfaktoren infrage kommen. Sie haben mit den Eigenschaften der Substanz zu tun: a) als ein Herbizid, das auf das bakterielle Mikrobiom im Verdauungstrakt einwirkt; b) als ein Stoff, der lebenswichtige Minerale wie Zink, Eisen, Kobalt und Magnesium und an sich bindet; c) als Unterdrücker von Zytochrom P450.

Das transgene Megaexperiment an der US-Bevölkerung ist für Mexiko aus mindestens zwei Gründen enorm relevant. Erstens schließen die unternehmerischen Pläne der Multis die Wiederholung dieses Experiments in Mexiko ein. Sie können auf die Unterstützung der mexikanischen Regierung und die Komplizenschaft ausgewählter örtlicher wissenschaftlicher KollaborateurInnen zählen. Zweitens kommt, über das US-amerikanische transgene Megaexperiment hinaus, der Effekt des direkten und allgemeinen Maisverzehrs in Mexiko hinzu.

Grünes Licht der Behörden: »Experiment« kann in Mexiko wiederholt werden

Bei Modellversuchen mit Säugetieren ist der Genmaisverzehr mit Brustkrebs, Nieren- und Leberschäden, Bauchschwellungen und exzessivem Wachstum des Uterus assoziiert worden. Dennoch hat die mexikanische Bundeskommission für den Schutz gegen Gesundheitsrisiken Cofepris (Comisión Federal para la Protección contra Riesgos Sanitarios) den Weg für dieses große Abenteuer ohne Wiederkehr unter Verzicht auf eine unabhängige wissenschaftliche Forschung in Mexiko überraschend frei gemacht.

*Vorsitzender der Vereinigung Gesellschaftlich Engagierter WissenschaftlerInnen UCCS (Unión de Científicos Comprometidos con la Sociedad)


Quelle: poonal
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