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Lateinamerikatage 2015 in Hamburg

News vom 20.10.2015

  Lateinamerikatage 2015 in Hamburg

Harte Wirklichkeiten – alternative Wege | Realidades duras – caminos alternativos
29.10. bis 24.11.2015

Seit vielen Jahren finden in Hamburg die Lateinamerika-Tage im Herbst statt. Sie werden organisiert von einem Bündnis von Basisgruppen und lateinamerikanischen Strukturen, die vielfältige Veranstaltungen zu aktuellen Themen zu Lateinamerika organisieren.

Thematisch steht 2015 die Entwicklung lateinamerikanischer Gesellschaften im Vordergrund, die nach verheißungsvollen Aufbrüchen vor wenigen Jahren wieder vor großen Problemen stehen. Vielschichtige politische, soziale und ökonomische Herausforderungen sind zu bewältigen. Auch die Beziehungen zwischen der Stadt Hamburg mit ihrem kolonialen Erbe  und Lateinamerika werden beleuchtet.


Mexiko: Das Ende der vierten Gewalt? Journalisten als Freiwild

Do 29.10. Vortrag, Podiumsgespräch & Diskussion / 19:00 Uhr / Eintritt: frei
mit Marcela Turati, mexikanische Journalistin und Autorin

Ort: Instituto Cervantes, Chilehaus, Eingang B, Fischertwiete 1, 20095 Hamburg

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mit Christian Mihr (Reporter ohne Grenzen) und Stefan Endter (DJV-Hamburg)
Moderation: Peter Burghardt (Süddeutsche Zeitung)

Mexiko befindet sich in einer schweren politischen Krise. Die verschwundenen (und wahrscheinlich getöteten) 43 Lehramtsstudenten von Ayotzinapa hatten im Herbst 2014 in der Bevölkerung das Fass der Empörung zum Überlaufen gebracht. Dabei gehen kritische Journalisten_innen immer häufiger ein tödliches Risiko ein, wenn sie ihren Beruf ausüben und auf Verzahnungen der organisierten Kriminalität mit Personen aus Wirtschaft, Politik und Drogenhandel hinweisen.

Ende Juli 2015 wurden in einer Wohnung in Mexiko-Stadt der aus Veracruz geflüchtete Fotojournalist Rubén Espinosa, die Menschenrechtsaktivistin Nadia Vera und weitere drei Frauen gefoltert und mit Genickschuss hingerichtet. Espinosa hatte soziale Bewegungen und Polizeiübergriffe dokumentiert. Der Gouverneur des Bundesstaats hat keinen Handschlag dafür getan, auch nur einen der 14 Morde an Journalisten in drei Jahren seiner Amtszeit aufzuklären. Die Täter bleiben in aller Regel straffrei.

Auch Mexikos Bundesregierung lässt kritische Journalisten auf eine Weise im Stich, dass sie de facto vogelfrei sind. Dass es überhaupt noch welche gibt, die sich um Recherchen auch zu heiklen Themen bemühen, grenzt an ein Wunder. Mit einem absoluten Machtanspruch wird die Gewaltenteilung ausgehebelt und die »vierte Gewalt« bekämpft.

Die mexikanische Journalistin und Autorin Marcela Turati berichtet über die aktuelle Situation in Mexiko und diskutiert über investigativen Journalismus mit ihren deutschen Kollegen. Turati schreibt für das Wochenmagazin »Proceso« zu sozialen Themen und Menschenrechtsfragen. Mit ihrem Buch »Fuego Cruzado: las víctimas atrapadas en la guerra del narco« thematisierte sie erstmals die neue Welle der Gewalt in Mexiko. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2011 mit dem deutschen Journalistenpreis Walter Reuter.

Veranstalter: Amnesty International – Mexiko- und Zentralamerika-Koordinationsgruppe (CASA), Hamburg


Mexiko: TerrorZones

Di 3.11. / Vortrag & Diskussion/ 19.30 Uhr/  Eintritt: frei

Ort: Centro Sociale, Sternstr. 2, 20357 Hamburg

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Mit Wolf-Dieter Vogel, Autor und Journalist

Extreme Gewalt und Morde prägen Mexikos Alltag; bis zu 45.000 Soldaten sind zur Bekämpfung der Drogenkartelle im Einsatz. Der Menschenrechtsaktivist José A. Guevara sagt sogar: »Ziel der aktuellen Politik des mexikanischen Staates ist es, Menschen auf Verdacht zu töten, weil sie eventuell mit dem organisierten Verbrechen in Kontakt stehen«. Die Rolle von Militär und Polizei, aber auch die Frage nach Lösungsvorschlägen sind Themen der Veranstaltung. Dabei geht es, wie Vogel gemeinsam mit den Autor_innen Anne Huffschmid, Nana Heidhues und Michael Krämer im Ende August veröffentlichten Buch »TerrorZones« betont nicht um einfache Erklärungsmuster, da der Terror oft nicht einer einzigen Logik entspringt und sich zentraler Kontrolle entzieht. Ebenso vielfältig – und manchmal ambivalent – sind auch die Strategien des Überlebens und der Gegenwehr.

Veranstalter: zapapres e.V. (Mexiko – Nachrichten – Import) in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg
gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


Rum oder Gemüse? Landwirtschaft in Kuba und Nicaragua zwischen Ernährungssouveränität, Kooperativen und Weltmarkt

Do 05.11. Film & Vortrag / 19:00 Uhr / Eintritt: frei

Ort: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Seminarraum, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg-Altona

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mit Klaus Hess, Informationsbüro Nicaragua

In Nicaragua zählt die Landwirtschaft weiterhin zu den wichtigsten Wirtschaftsbereichen, und die sandinistische Regierung ermöglicht seit 2007 neue integrale Ansätze für die ländliche Entwicklung, die weit über die Förderung der KleinproduzentInnen hinausgehen. In Kuba ist Ernährungssouveränität eines der großen Ziele. Der Staat verteilt Land an Genossenschaften und Kleinbauern/-bäuerinnen, sie produzieren mittlerweile 57% der Lebensmittel. Gleichzeitig entstehen alternative Projekte wie Organopónicos (Stadtgärten), die zur städtischen Lebensmittelversorgung beitragen.

Gibt es angesichts der jeweils besonderen Geschichte Kubas und Nicaraguas emanzipatorische Ansätze in beiden Länder, die die Ernährungssicherheit der Bevölkerung garantieren? Wie ist das Verhältnis zwischen staatlichen, genossenschaftlichen und privaten bäuerlichen Betrieben? Gibt es unabwendbare Zwänge in Anbetracht der Globalisierung, die landwirtschaftliche Produktion auf den Weltmarkt auszurichten? Und welche Rolle spielen dabei die Freihandelsverträge der EU?

Veranstalter: Nicaragua-Verein Hamburg, el rojito e.V.


Von Rio nach Hamburg! Neue Olympische Spiele oder leere Versprechungen?

Mi 11.11. Vortrag & Diskussion / 18:00 Uhr / Eintritt: Spende

Ort: UNI-Hamburg, Hörsaal H, Erzwiss, Von Melle Park 8, 20146 Hamburg

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mit Christopher Gaffney, in englischer Sprache

Als 2013 Menschenmassen gegen die Art und Weise wie die FIFA, das IOC und die brasilianische Regierung WM und Olympia vorbereiten, in Rio de Janeiro und zahlreichen anderen Städten Brasiliens protestierten, war Christopher Gaffney mit dabei. Der von der University of Texas promovierte Geograph war erst Fulbright Stipendiat, dann Gastprofessor an der Universidade Federal Fluminense und hat sich zwischen 2009 und 2014 mit den Auswirkungen der Mega Events auf die 12 brasilianischen Host Cities und mit den Themen der Protestbewegung vertieft beschäftigt. Seine Forschung fokussierte sich auf die sozialen Bewegungen in Zusammenhang mit Sportgroßveranstaltungen, die urbanen Dynamiken der Stadt Rio de Janeiro und die politische Ökonomie des Fußballs. Gaffney beschränkte sich aber nicht einzig auf das Schreiben akademischer Texte sondern engagierte sich ebenfalls als Aktivist in den lokal organisierten Protestkomitees. Durch seine scharfen, auf den Punkt gebrachten Kritiken und Analysen ist er außerdem einem internationalem Publikum in zahlreichen Fernseh- und Zeitungsinterviews bekannt geworden. Aktuell ist er Research Fellow am Institut für Geographie der Universität Zürich und beschäftigt sich dort mit den sozialen, politischen und ökonomischen Akteuren, die Einfluss auf die Olympischen Spiele 2016 nehmen. Er ist Herausgeber des Journal of Latin American Geography und vertieft derzeit seinen Blog »Hunting White Elephants« in einem Buch.

Veranstalter: IKS Institut für Kriminologische Sozialforschung, Monte Azul International e.V.


Inseln der Hoffnung? Die Erfahrungen mit linksdemokratischen Regierungen in Mexiko-Stadt und Bogotá

Do 12.11. Vortrag / 19:00 Uhr / Eintritt: frei

Ort: Ev. Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie, Horner Weg 170, 22111 Hamburg (U2 Rauhes Haus)

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mit Martin Schwarzbach

Die Hauptstädte Mexikos und Kolumbiens, zweier Länder geprägt von Ungleichheit, politischer Verfolgung und Drogenkrieg, werden seit längerer Zeit von linksdemokratischen Parteien regiert. Hoffnungen auf eine Demokratisierung und Befriedung dieser Länder von links sind mit diesen Regierungen verknüpft. Sind diese Hoffnungen berechtigt? Martin Schwarzbach von der Initiative Mexiko versucht, in seinem Vortrag ein differenziertes Bild zu zeichnen. Während Erfolge in der Armutsbekämpfung und Bürgerbeteiligung unbestreitbar sind, prägen andererseits auch Probleme von Korruption, persönlichen Machtambitionen und ideologischen Grabenkämpfen das Bild.

Veranstalter: Initiative Mexiko (INI-MEX)


Cubas medizinischer Internationalismus

Mi 18.11. Information & Diskussion / 19.30Uhr / Eintritt: Spende

Ort: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V.,, Saal, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg-Altona

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Seit Jahrzehnten helfen kubanische Ärztinnen und im Gesundheitsbereich Tätige weltweit bei Katastrophen, in der Gesundheitsvorsorge und bei der Ausbildung medizinischer Fachkräfte.

Wir haben jetzt die Gelegenheit zwei kubanische Ärzte kennenzulernen, die uns über Kubas Hilfe im Kampf gegen Ebola in Afrika und die Hilfe Kubas in Haiti und lateinamerikanischen Ländern berichten.

Veranstalter: Cuba si Hamburg und Netzwerk Cuba


Ecuador: Buen Vivir – Gutes Leben oder zurück auf Null?

Fr 20.11. Vortrag / 19.30 Uhr / Eintritt: 3,-

Ort: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Seminarraum, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg-Altona

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mit Milton Yulán Morán, von der Bauernorganisation Tierra y Vida

Die Verfassung Ecuadors, seit 20. Oktober 2008 in Kraft und in einer Volksabstimmung mit grosser Mehrheit angenommen, liest sich stellenweise wie eine Enzyklopädie guter Vorsätze und wünschenswerter Zustände: Soziales und solidarisches Wirtschaften, nachhaltige Entwicklung, Geschlechtergerechtigkeit, Besinnung auf Pachamama, Mutter Erde, Buen Vivir – Gutes Leben, Ernährungssouveränität, Biodiversität und anderes mehr. Die Gesellschaft Ecuadors und seine natürlichen Reichtümer waren Jahrhunderte lang der Ausbeutung durch die spanischen Kolonisatoren, die einheimische Oberschicht und multinationale Konzerne unterworfen.

Nach zahlreichen vergeblichen Anläufen kam 2006 eine Regierung an die Macht, die dieser fatalen Entwicklung zumindest ein vorläufiges Ende setzen wollte. Nach knapp 10 Jahren muss leider eine ernüchternde Bilanz gezogen werden. Kaum eines der hehren Ziele wurde konsequent umgesetzt. Im Gegenteil, die angekündigte Agrarreform, die Gewährleistung der Ernährungssouveränität, der Verzicht auf die Ausbeutung der Erdölvorkommen im östlichen Tiefland und anderes mehr kamen über Versprechungen nicht hinaus. Andererseits werden soziale Bewegungen und Organisationen, ihre MitarbeiterInnen verfolgt und kriminalisiert wenn sie versuchen, ihr verbrieftes Recht auf »Gutes Leben« mit friedlichen Mitteln durchzusetzen. Milton Yulán Morán ist Anwalt der Bauernorganisation Tierra y Vida, Land und Leben, Mitglied von FIAN Ecuador und Berater von FIAN International. Er wird sich vor dem Hintergrund der Postulate der Verfassung mit der Wirklichkeit der Agrarreform und der Ernährungssouveränität auseinandersetzen.

Veranstalter: FIAN (FoodFirst Informations- und Aktionsnetzwerk für das Recht auf Nahrung) Lokalgruppe Hamburg


Mittelamerika: Empörung gegen die Korruption

Di 24.11. Vortrag & Diskussion / 19.30 Uhr / Eintritt: 3,-

Ort: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Saal, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg-Altona

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mit Isabel Rosales Sandoval, Guatemala, und Herlinda Martínez Ortega, Honduras
Moderation: Dr. Sabine Kurtenbach, GIGA Institut für Lateinamerika-Studien

Im Frühjahr ist in Mittelamerika die Bewegung der Empörten entstanden. In Guatemala gelang bereits die Einrichtung einer Internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit, die Untersuchungen gegen den Präsident und weitere Politiker eingeleitet hat. Wöchentlich finden große Protestmärsche statt, in Honduras wird wie in Guatemala die Einrichtung einer Kommission und der Rücktritt des Präsidenten gefordert. Gelingt es der Bewegung, Mittelamerika zu verändern?

Veranstalter: zapapres e.V. (Honduras Koordination Hamburg)

 Link  
  https://www.facebook.com/lateinamerikatage.hamburg


 Anhang  
  Flyer als PDF


Hinweis: chiapas.eu garantiert nicht für die Richtigkeit der Karten.

 Quelle:  
  http://www.lateinamerika-tage.de/ 
 

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