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Mexikos Erste Dame strebt nach Höherem

Poonal vom 27.01.2004
Von Gerold Schmidt

  (Mexiko-Stadt, 21. Januar 2004, npl).- Wenn die Frau des mexikanischen Präsidenten Vicente Fox der Gattin eines der Opposition angehörenden Gouverneurs öffentlich viel Erfolg für ihren weiteren Weg und ihre Ziele wünscht, sollte das eigentlich nichts Besonderes sein. Im Fall der Ersten Dame Marta Sahagún de Fox ist es das aber. Denn besagte Gouverneursgattin möchte bei den nächsten Wahlen ihren Mann im Amt beerben. Genau diese Absicht wird auf Präsidentenebene Marta Sahagún nachgesagt. Ihr Agieren entkräftet die Spekulationen nicht gerade.

Zweieinhalb Jahre vor den nächsten Präsidentschaftswahlen dreht sich das Kandidatenkarussell in allen wichtigen mexikanischen Parteien frühzeitig und vehement. Einige der heftigsten Diskussionen betreffen die Erste Dame. Vor allem innerhalb der regierenden konservativen Partei der Nationalen Aktion (PAN). Sie will sich als Kandidatin "nicht ausschließen", sagt Marta Sahagún bescheiden. Doch ihr Protagonismus ist unverkennbar, seit ihr heutiger Ehemann Ende 2000 das höchste Staatsamt antrat. Damals war Sahagún noch Regierungssprecherin. Eine Funktion, die sie wenige Monate später aufgeben musste, als aus der bereits länger bestehenden Liaison mit Präsident Fox offiziell die Ehe geworden war. Die mexikanischen Gesetze standen dieser Verknüpfung von Verwandtschaftsverhältnis und Kabinettsrang entgegen.

Die vielfachen Aktivitäten als Erste Dame nutzte Marta Sahagún dazu, sich immer wieder gefragt und ungefragt zu politischen Themen zu äußern. Mit der Gründung der Wohltätigkeitsstiftung Vamos México verschaffte sie sich eine weitere Plattform. Ihre Stellung als Stiftungspräsidentin scheint wie maßgeschneidert, die Popularität unter der breiten Bevölkerung zu vergrößern. Den jüngsten formalen Schritt in Richtung Kandidatur unternahm die Präsidentengattin vor wenigen Tagen, indem sie sich dem Aufnahmeverfahren für den 300-köpfigen nationalen Parteirat der PAN unterzog. Aus der Mitte dieses Gremiums wird letztlich die Präsidentschaftskandidatur entschieden. Die Zielstrebigkeit, mit der Sahagún ihre Ambitionen verfolgt, reizt zu Vergleichen. Die mexikanische Hillary ist sie schon genannt worden, Parallelen zu der Argentinierin Evita Perón sind ebenfalls gezogen worden. Sie selbst lässt sich volksnah auch gerne mit Marta anreden.

Legale Hindernisse für eine Kandidatur der Ersten Dame im Jahr 2006 gibt es nicht. Doch in der eigenen Partei wehren sich gewichtige Stimmen gegen den Vormarsch von Sahagún. Dabei vermischen sich die Vorbehalte. Vielen ist nicht wohl bei dem Gedanken, das Präsidentenamt könne als Familienpfrund gehandelt werden. Das in der Verfassung festgeschriebene Wiederwahlverbot wäre in gewisser Weise unterlaufen. Dazu kommen das Missfallen der PAN-Männerriege, von einer Frau in den Schatten gestellt zu werden sowie dem Konkurrenzneid anderer potentieller Kandidaten, die sich unlauterem Wettbewerb ausgesetzt sehen.

Ein erklärter Gegner der Sahagún-Anwartschaft ist beispielsweise PAN-Vorsitzender Luis Felipe Bravo. Er machte vor wenigen Tagen seine "klare Überzeugung und Information" öffentlich, dass die Erste Dame einer Kandidatur abgeschworen habe. Am nächsten Morgen musste er mit Martas Dementi frühstücken. Der PAN- Fraktionsvorsitzende Francisco Barrio, eine weiteres Schwergewicht in der Partei, führt die mögliche Familienkontinuität als ethisch fragwürdig ins Feld. Barrio zählt sich selber zu den aussichtsreichen Kandidaten. Andere wie der PAN-Senator César Jáuregui sind überzeugt, dass es "viele Frauen in Mexiko mit mehr Fähigkeiten und Vorzügen gibt, das Land zu regieren".

Scheint die Stimmung in den Führungsetagen der PAN auch recht eindeutig gegen die Kandidatur von Sahagún zu sein, so haben ihre Gegner dennoch mit einem Problem zu kämpfen. Zumindest in der Parteianhängerschaft kommt niemand an die Popularität der Ersten Dame heran. Im Zweifelsfall wird sie nicht zögern, diese Trumpfkarte auszuspielen. Schließlich war ihr Mann ebenfalls kein Liebling der Parteihierarchie, als er seine Präsidentschaftskandidatur vorbereitete. Doch mit seiner parallel zur Parteiorganisation aufgebauten Struktur der "Freunde von Fox" machte er so effektiv Werbung für sich, dass die PAN nicht an ihm vorbei kam. Auch mit Marta und ihren Freunden wird zu rechnen sein.


Quelle: poonal
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