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Benutzerinnen der "Pille danach" sollen exkommuniziert werden

Poonal vom 10.02.2004

  (Montevideo, 3. Februar 2004, comcosur-poonal).- Vertreter der mexikanischen katholischen Kirche kritisierten die Zulassung der "Pille danach" als Verhütungsmittel. Sie drohten damit, Frauen, die diese benutzen, zu exkommunizieren. Am 23. Januar hatte das mexikanische Gesundheitsministerium diese Verhütungsmethode mit der Bezeichnung "hormonelle postkoitale Empfängnisverhütung" in die offiziellen Richtlinien für die Familienplanung aufgenommen. Gruppen von "Lebensschützern" und Kirchenfreunde fordern seitdem lautstark die Rücknahme dieser Bestimmung.

Regierungskreise wiesen das Argument zurück, die Tabletten, die in Notfällen die Empfängnis verhindern sollen, seien ein abortives Mittel. Sie erklärten, in Mexiko seien die Tabletten bereits seit längerer Zeit in Gebrauch, bisher allerdings ohne eine verbindliche Regelung. Die harscheste Kritik an der Maßnahme des Gesundheitsministeriums übte der Vorsitzende der Gesundheitspastorale der Oberste Erzdiözese Mexikos, Jorge Palencia.

Der Geistliche sagte am vergangenen Dienstag, Frauen, die innerhalb von 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr diese Pillen einnähmen, würden aus der Kirche ausgestoßen. Der Prälat erklärte: "Die Kirche darf nicht stumm bleiben angesichts eines Genozids von dem Ausmaß, wie er uns bevorsteht. In dem Text der Bestimmung werden Bestrebungen einer Kontrolle des Bevölkerungswachstums deutlich, die uns fragen lässt: Ist der Staat der Richter, der bestimmt, wie viele Menschen leben (...) oder ist er der Henker, der die Steuergelder der Mexikaner dazu benutzt, unschuldiges Leben zu töten?"

Es wurden jedoch auch Stimmen laut, die die Benutzung der "Pille danach" befürworten und die Einstellung der konservativen Kreise kritisierten. Die Leiterin der Klinik zur gesundheitlichen Versorgung und psychologischen Betreuung Jugendlicher Guillermina Mejía Soto kritisierte diejenigen, die ihre Auffassung, diese Pille sei ein Abortivum mit technischen Argumenten zu begründen suchen. In den Ländern, in denen diese Methode diskutiert wurde, sei unzählige Male darauf hingewiesen worden, dass die Pillen nicht abortiv seien, da sie in der Phase zwischen 24 und 36 Stunden nach dem Verkehr die Befruchtung verhindere und nicht die Einnistung des befruchteten Eis in der Gebärmutterschleimhaut — ein Vorgang, der sich innerhalb von fünf bis sieben Tagen abspielt. "Um einem Paar die Auskunft geben zu können, `Sie erwarten ein Kind’, müssen etwa zehn Tage vergangen sein", erklärte die Medizinerin.

Ihrerseits machten Gruppierungen wie die mexikanische Stiftung für Familienplanung (Fundación Mexicana para la Planeación Familiar, Mexfam) und die Informationsgruppe für bewusste Fortpflanzung GIRE (Grupo de Información en Reproducción Elegida) darauf aufmerksam, dass diese Methode in anderen Erdteilen bereits seit 30 Jahren bekannt sei. Mexiko sei ein rückständiges Land, zumal in 15 lateinamerikanischen Staaten dieses Mittel seit Jahren zur Verfügung stehe.

Offiziellen Angaben zufolge gibt es in Mexiko jährlich 110.000 Abtreibungen. Gruppierungen wie die oben genannten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl größer als 800.000 sein könnte. Dasselbe träfe auf ungewollte Schwangerschaften zu. Vierzig Prozent der 2,1 Millionen Schwangerschaften, zu denen es durchschnittlich jedes Jahr kommt, seien nicht geplant.


Quelle: poonal
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