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Feldbesetzung contra Landgrabbing

 

Unterstützung für die malischen Dörfer Sanamadougou und Sahou gesucht

Außer der Reihe 23.04.2016

  Schön guten Tag,

seit über 2 Jahren unterstützt das transnationale Netzwerk Afrique-Europe-Interact die beiden Dörfer Sanamadougou und Sahou in Mali, die seit 2010 einen Großteil ihrer landwirtschaftlich genutzten Flächen durch Landgrabbing verloren haben. Seitdem hat sich vieles getan: Der malische Investor Modibo Keita (der indirekt auch von Geldern aus der deutschen Entwicklungszusammenarbeit profitiert) ist durch diverse Aktionen in Mali und Deutschland massiv unter Druck geraten, und auch die malischen Behörden stehen unter Zugzwang, nachdem immer neue skandalöse Details ans Licht gekommen sind. Vor diesem Hintergrund haben die Dorfbewohner_innen am Montag mit einer mindestens einwöchigen Feldbesetzung auf einem Teil ihres geraubten Landes begonnen. Ursprünglich hatten wir bereits im vergangenen Juni und Juli ein entsprechendes Sit-in angekündigt. Doch jedes Mal sind die Bauern und Bäuerinnen zurückgeschreckt, weil die Polizei ein massives Vorgehen angedroht hatte. An diesen Drohungen hat sich nicht wirklich etwas geändert – beispielsweise ist am Mittwoch der Präfekt mit 21 Mitarbeiter_innen aufgeschlagen und hat den Bauern und Bäuerinnen angedroht, dass dem Investor demnächst 20.000 weitere Hektar verpachtet würden und dann alle Dörfer verschwinden müssten. Geändert hat sich allerdings die Entschlossenheit der Bauern und Bäuerinnen. Denn immer mehr Familien sehen sich mit der Frage konfrontiert, ob sie endgültig abwandern müssen, d.h. mittlerweile geht es um alles oder nichts: Entweder die uralten Dörfer erhalten ihre Flächen zurück oder sie verschwinden schrittweise.

Die Besetzung hat in Mali bereits ein lebhaftes Echo ausgelöst. Darüber hinaus hat Afrique-Europe-Interact in den letzten Tagen nicht nur zahlreiche malische Regierungsvertreter_innen von Europa aus telefonisch kontaktiert, sondern auch den Investor Modibo Keita selbst. Dabei hat der Investor ganz ungeniert sein Leid geklagt, zudem hat er gefragt, ob wir denn Lösungsvorschläge hätten. Auf den naheliegenden Vorschlag, das Land zurückzugeben, wollte er sich aber (noch) nicht einlassen – gleichwohl ist nunmehr ein Gespräch mit den Dorfbewohner_innen ins Auge gefasst.

Zur Unterstützung:

Jeder Besetzungstag kostet ca. 300 bis 500 Euro. Insbesondere für Essen und Fahrtkosten, da sich nicht nur Bauern und Bäuerinnen aus der Region beteiligten, sondern auch zahlreiche Aktivist_innen von Afrique-Europe-Interact aus Bamako. Hinzu kommen die Honorare für Journalist_innen. Denn in Mali müssen ganz normale Gebühren bezahlt werden, wenn Zeitungen, Radios oder das Fernsehen über solche und ähnliche Aktivitäten berichten. Politisch hat Afrique-Europe-Interact eine Kampagne mit Protestbriefen begonnen, die an die malische Botschaft in Berlin per Post geschickt und/oder an die malische Regierung in Bamako gefaxt werden sollen – und wenn das möglich ist, natürlich sehr gerne auf Ihrem bzw. Eurem jeweiligen Briefpapier!

Und noch etwas: Ein Video-Aktivist aus Bamako hat anlässlich der Besetzung ein 3.45-Minuten-Video mit deutschen Untertiteln fertig gestellt, das von der ersten größeren Demonstration am 16.06.2015 in Sanamadougou und Sahou berichtet:



Spendeninfos, Faxnummern & Adressen:

a) Spenden können entweder über die Crowdfunding-Plattform betterplace.org erfolgen:

https://www.betterplace.org/de/projects/27746-landgrabbing-stoppen-kleinbauerliche-communities-in-mali-unterstutzen

...oder über steuerlich absetzbare Spenden direkt an Afrique-Europe-Interact:

Namen: Globale Gerechtigkeit e.V.
Bank: GLS Gemeinschaftsbank
IBAN: DE67 4306 0967 2032 2373 00
BIC: GENODEM1GLS

b) Da Fax-Nummern in Mali nicht immer funktionieren, sollte der Brief in erster Linie mittels Post an die Malische Botschaft in Berlin geschickt werden. Wer darüber hinaus ein Fax-Gerät zur Verfügung hat, möge bitte auch versuchen, den Brief direkt als Fax nach Mali zu schicken:

Malische Botschaft in Berlin: Botschaft der Republik Mali, Kurfürstendamm 72, 10709 Berlin

Fax-Nummer malische Regierung: 00223 20228104 (ggf. auch 00223 20299403 versuchen).

Die französische Vorlage (mit deutscher Übersetzung) des Faxbriefes befindet sich im Anhang dieser Mail sowie auf unserer Webseite - genauso wie zahlreiche weitere Hintergrundinformationen: http://afrique-europe-interact.net/607-0-Hintergrund-Vorschau.html

Mit besten Grüßen,
Afrique-Europe-Interact

P.S. Hintergrundinformationen:

Bereits im April hatte Afrique-Europe-Interact das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung darauf aufmerksam gemacht, dass der für den Landraub verantwortliche Investor Modibo Keita gegen die beiden Bedingungen verstoßen hat, die ihm die Afrikanische Entwicklungsbank anlässlich eines 16,8 Millionen-Kredits im September 2014 auferlegt hatte – nämlich, dass es keinen Rechtsstreit mehr in der Angelegenheit gibt und dass die Dorfbewohner_innen entschädigt worden sind. Beides war jedoch glatt gelogen, was insofern bemerkenswert ist, weil es ausgerechnet die Deutsche Bundesregierung war, die sich als Anteilseigner der Afrikanischen Entwicklungsbank für diese Kreditbedingungen eingesetzt hatte. Richtig skandalös ist es jedoch im Dezember 2015 geworden. Denn da hat das BMZ an alle Personen, die im September 2015 ein Protestfax von Afrique-Europe-Interact an das Ministerium geschickt hatten, eine schriftliche Antwort geschickt und darin die Behauptung aufgestellt, dass der Rechtsstreit zwischen Modibo Keita und den Dörfern am 20.12.2012 rechtsverbindlich abgeschlossen worden wäre. Wie es zu dieser Behauptung gekommen ist, wissen wir nicht. Fakt ist jedoch, dass das Gericht an diesem Tag "lediglich" beschlossen hat, einen Gutachter einzusetzen, der darüber befinden sollte, ob der Pachtvertrag zwischen Modibo Keita und dem malischen Staat die Flächen von Sanamadougou umfasst oder nicht. In diesem Sinne hat Afrique-Europe-Interact im Februar 2016 einen Brief mit zahlreichen weitergehenden Beweisen vorgelegt, der an das BMZ, an die afrikanische Entwicklungsbank, an den malischen Präsidenten, an diverse malische Regierungsbehörden sowie an westliche Botschaften in Mali gegangen ist. Zum Weiterlesen (auf deutsch, englisch und französisch):

 Link  
  http://afrique-europe-interact.net/1439-0-Antwortbrief-an-BMZ.html


 Anhang  
  Protestbrief-malische-Regierung.pdf


 Anhang  
  Brief-ans-BMZ (.pdf)


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