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Marichuy: Es leben die Frauen, die kämpfen und sich organisieren!

 

CNI, CIG & Marichuy: Marichuy im zapatistischen Caracol Oventik

Actividades del CIG y su Vocera vom 19.10.2017
übersetzt von lisa - colectivo malíntzin

  Marichuy im zapatistischen Caracol Oventik

Congreso Nacional Indígena, Concejo Indígena de Gobierno und seine Sprecherin Marichuy auf zapatistischen Gebiet VI.

Worte von María de Jesús Patricio Martínez im Caracol Oventik, 19. Oktober 2017.



Brüder und Schwestern der Pueblos Mexikos und der Welt, der Sexta Nacional und Internacional.
Freie Kommunikationsmedien.
Bezahl-Medien.

Nun spreche ich mit der Stimme, die mir der Indigene Regierungsrat für Mexiko (1) verliehen hat, um Euch zu sagen: Seit dem 12. Oktober waren wir versammelt, um im CIDECI-UNITIERRA (2) die erste Asamblea Nacional de Trabajo (3) zwischen dem Indigenen Regierungsrat und den Pueblos (4), die den Congreso Nacional Indígena (5) bilden, zu begehen. Mit dem Ergebnis, den Indigenen Regierungsrat und seine Sprecherin in den fünf zapatistischen Caracoles (6) im Bundesstaat Chiapas zu präsentieren, um zu ratifizieren, wir Pueblos originarios (7) wissen gut, dass die Zukunft unserer Pueblos einzig nur möglich ist, indem wir uns anerkennen und uns wiedererkennen als eins mit der Tierra, die unsere Madre (8) ist. In ihr liegt unsere Vergangenheit und unsere Zukunft, und deshalb die Freiheit und Autonomie, für die wir kämpfen.

Vom rebellischen zapatistischen Gebiet aus hören wir uns (zu) und denken wir im Kollektiv, sprechen wir mit den Künsten und schöpferischen Worten, tauschen wir uns aus über Modi und Wege, um die Macht zu demontieren, die sie von oben entwerfen und uns aufzwingen, bis sich diese korrumpierte Macht in unseren Pueblos in ein patriarchales, machistisches und kapitalistisches System reproduziert hat. Diese Macht zu demontieren, bedeutet den Blick zu richten auf den Boden unserer Geschichte, und sie zu einer Herausforderung und zu einem Vorschlag an die Pueblos Mexikos und der Welt zu machen. Darum sagen wir: Es leben die Frauen, die kämpfen und sich organisieren!

Wir – der Indigene Regierungsrat – bisher gebildet von 156 Räten und Rätinnen aus 63 indigenen Regionen des Landes und mit 39 originären Sprachen – denken, es ist an der Zeit, den Ton zu hören, der herrührt vom kapitalistischen Desaster in allen Gebieten, in der Stadt wie auf dem Land.

Dort oben zeigt die Macht Risse und die Politik der schlechten Regierung und der kapitalistischen Mächtigen demonstriert schamlos die Lüge, die sie sind und gefährdet mit ihrer Zerstörung alles, was sie berühren; sie töten, vergiften und hinterlassen auf ihrem Weg Zerstörung, Verwüstung, Empörung und Wut.

Unten, vom Erdboden her, ist die Würde dabei, eine neue Welt zu erschaffen, in mitten der Zerstörung, des Schmerzes und der Wut unserer Pueblos – des Mexikos von unten, auf dem Land und in den Städten. Die arbeitenden Leute, die bis zu ihrem Tode ausgebeutet werden, dessen, was sie haben, beraubt werden, die unterdrückt werden, weil sie denken und rebellieren, verachtet werden, weil sie different sind, arm sind, Frauen sind, weil sie unsere eigene Sprache sprechen, weil sie die Wahrheit sagen, weil sie nach unten und nicht nach oben schauen, weil sie ihren Blick auf die Compañera, den Compañero und nicht auf den Herrn, den Kaziken, den Patrón, die schlechte Regierung richten.

Und deshalb sagen wir erneut: Die Uhr der Menschheit, die wir sind, zeigt die Stunden von dem, was wir sind, was wir waren und was wir sein werden, an.

Es ist die Stunde, um zu hören, was das Leiden der Familien uns sagen muss – Familien, die einen verschwunden gemachten Sohn, einen Vater, eine verschwunden gemachte Mutter suchen – mit ihrem unermüdlichen Kampf, zwischen den Trümmern die Wahrheit und die Gerechtigkeit zu finden.

Es ist die Stunde, dieses Land und jeden seiner Winkel aufzurütteln, uns in jedem Raum, jedem Stadtteil, jeder Nación und Tribu (9), auf dem Land und in den Städten, zu organisieren, und nicht nachzulassen, uns zu organisieren und nach unseren eigenen Formen selbst zu regieren, und unser Schicksal selbst in die Hände zu nehmen und auszuführen, ohne darauf zu warten, dass Andere dies für uns machen.

Es ist die Stunde, ein so großes Spinnennetz von unten zu weben, das fähig sein wird, die kommenden Zeiten zu überdauern. Den Aufruf unserer Erde zu nutzen, damit die Organisierung, die wir schaffen werden, in alle Strukturen dieser Nation eindringe und uns Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit garantiere.

Es ist die Stunde der Arbeiter, Lehrer, ehrenwerten Intellektuellen, Künstler, Jugendlichen, Bauern, Studenten, Homosexuellen, Öffentlichkeitsarbeiter (10) und allen, die wir von unten sind.

Es ist die Stunde, die Erde in ihren Zentren erbeben zu lassen (11), uns im Spiegel, den die Pueblos originarios und und ihre Kämpfe und ihr Leiden bedeuten, zu sehen – und die Prinzipien des Gehorchend Regierens als Leitfaden zur Hand zu nehmen, um uns wieder zu erschaffen.

Vor allem jedoch ist es die Stunde der Frauen, die kämpfen und sich organisieren, um ihre Freiheit zu schaffen, um ein neues Patria mit Gerechtigkeit zu schaffen, um eine differente und friedliche Welt auf den Ruinen, die das patriarchale und kapitalistische System überall zurücklassen wird, zu errichten. Es ist der Moment, dass wir Frauen uns organisieren, ja – für die Respektierung unserer Rechte – jedoch auch für alle, für Jede und Jeden; denn in uns, Frauen, ist die Kraft, um diesen riesigen Kampf anzuschieben.

Wir indigenen Frauen – in unserem dreifachen Bedingtsein als Frauen, als Indigene und als Arme – erfahren die stärkste Unterdrückung innerhalb des Systems, das sich kapitalistisch nennt. Wir werden in unserem Heim, an den Orten, wo wir leben, an unserer Arbeit und in allen gesellschaftlichen Räumen ausgebeutet und vergewaltigt. Das aktuelle System unterwirft uns der heftigsten Ausbeutung und behandelt uns alltäglich als einfachste Ware. Genauso wie wir die Gewalt, die sie uns antun, spüren, spüren wir den Raub, die Beraubung und die Zerstörung, die sie unserer Madre Tierra antun. Denn diesem System, das sich kapitalistisch und patriarchal nennt, liegen der Raub und die Dominierung unserer Madre Tierra zu Grunde – wie auch die Dominierung und Kontrolle von uns Frauen.

Gleichfalls sind wir Frauen es, die den aller tiefsten Schmerz empfinden, wenn sie einen Sohn, eine Tochter umbringen, verschwinden lassen oder ungerechterweise einsperren.

Weil wir jedoch genau diejenigen sind, die den aller tiefsten Schmerz fühlen – da wir die stärkste Unterdrückung erfahren – sind es ebenfalls wir Frauen, die fähig sind, die heftigste Wut zu spüren. Und somit müssen wir fähig sein, diese Wut in Organisierung zu transformieren – mit dem Resultat, in die Offensive zu gehen, um diese Macht von oben zu demontieren – um mit Bestimmtheit und ohne Angst, die Macht von unten aufzubauen.

Nun, Hermanos und Hermanas, Brüder und Schwestern, dies ist unsere Offensive.

Am 15. Oktober erhielt ich die Bestätigung als Anwärterin auf die unabhängige Kandidatur für die Präsidentschaft der Republik. Am 16. Oktober 2017 begann die vom Instituto Nacional Electoral (12) bestimmte Zeitspanne, um die Unterstützung der Bürger zu erhalten und durch meine Worte als Sprecherin – aus diesem Kampf für das Leben – unsere Regierung, in der alle von unten regieren, zu schaffen. Darum rufen wir auf, in die Offensive zu gehen, um dieses kapitalistische, machistische, patriarchale politische System loszuwerden; es zu schaffen, dass diese Entscheidung, Würde zu praktizieren, den Wahlprozess im ganzen Land durchdringt, um unsere Unterstützung für den Concejo Indígena de Gobierno (CIG), den Indigenen Regierungsrat, zu manifestieren – der durch meine Vermittlung auch das Epizentrum der Heilung all der Schmerzen, Widerstände und Rebellionen wird, die durch unsere Kämpfe zu Hoffnungen werden.

Trotz der Fallen und Schwierigkeiten, die sie uns in den Weg gelegt haben, schreiten wir voran und setzen wir unsere Schritte ab November diesen Jahres mit einer Agenda fort, die wir in den nächsten Tagen bekannt geben.

Wir zeigen an:

Der Email-Account, der verwendet wird, um die Daten von hunderten von Freiwilligen zu herunterzuladen – für die Einhaltung der durch das Gesetz geforderten Formen und um das Mandat der allgemeinen Vollversammlung des CNI zu erfüllen – hat keinen Zugang zur Plattform des Instituto Nacional Electoral (INE); das heißt, er ist für jegliche Praxis blockiert.

  • Auf unserem Weg durch die Bezirke von Altamirano, Ococingo und Palenque – Orte, wo üblicherweise die Internet- und Handy-Verbindungen funktionieren – war die Kommunikation blockiert, was die Zählung der erhaltenen Unterschriften verhinderte.
  • Das INE hat die geeigneten Geräte aufgelistet, die angeblich dazu geeignet sind, dass der App funktionieren könnte. Mit einigen von ihnen war es jedoch nicht möglich, ihn zum Funktionieren zu bringen; im Gegenteil, in einigen, die als nicht geeignet bezeichnet wurden, konnte er installiert werden.
  • Man braucht viele Stunden, um den App zu laden. Ebenfalls kann die Registrierung einer einzigen Unterschrift und Fotografie einige Stunden dauern, und nicht vier Minuten und dreißig Sekunden, wie das INE versichert. Dies macht es viel schwieriger, die notwendige Anzahl der Unterstützungsunterschriften zu erhalten, die uns das Gesetz festschreibt.
  • Das Tageslicht am Morgen und am Nachmittag reicht nicht aus, nur am Mittag ist es möglich, Unterschriften zu registrieren, ohne Hilfe von speziellen Lampen, die adäquates Licht verbreiten können.
  • Die Rückbestätigung für die gesammelten Unterschriften – nachdem sie an das INE geschickt wurden – dauert 24 Stunden.
Trotz alldem werden wir keinen Schritt zurück machen. Wir werden das Land mit einer nationalen Agenda durchlaufen, damit sich das regionale Netz um die Räte des CIG zusammen schließt und um die Pueblos, Kollektive, Organisationen und nicht organisierten Leute im ganzen Landesgebiet aufzurufen, sich im Spiegel, den wir gemeinsam bilden, zu sehen – ohne Angst in dessen Reflex unsere eigenen Spiegel zu finden. Umgeben von den Arbeitsgruppen zu Land und Territorium, zu Autonomie, Frauen, Jugendlichen und Kindern, zu Personen mit anderen Fähigkeiten, Migranten, zu sexueller Diversität, Gerechtigkeit und Arbeit und Ausbeutung und angeführt von den Räten – machen wir unsere eigene Agenda, unser eigenes linkes und antikapitalistisches Programm – den Moment nutzend, den uns die Geschichte setzt, um gemeinsam die große Struktur des Landes zu bilden – die die Mauern niederreißen wird, die uns unterdrücken, spalten und schwächen.
Das ist das, was wir sind, was wir waren und sein werden.

Aus dem zapatistischen Caracol Oventik.
Am 19. Oktober 2017.

Niemals mehr ein Mexiko ohne Uns.
Es lebe der Indigene Regierungsrat.
Es lebe der Congreso Nacional Indígena.
Es lebe der Ejército Zapatista de Liberación Nacional.

Es leben die Frauen, die Kämpfen und sich Organisieren.


 Anhang  
  Marichuy im zapatistischen Caracol Oventik (formatiertes .pdf)


Anmerkungen der_die Übersetzer_in:

(1) im Original: »Concejo Indígena de Gobierno para México«
(2) ein Ort des Widerstands in San Cristóbal de Las Casas
(3) wörtlich: »Landesweite Arbeitsvollversammlung«
(4) kann bedeuten: »Gemeinschaften/Gemeinden/Völker/Leute«
(5) wörtlich: »Nationaler Indigener Kongress«; wurde vor 21 Jahren auf zapatistische Initiative hin gegründet.
(6) caracoles zapatistas: die Orte in den fünf Regionen mit zapatistischen Selbtsregierungformen und organisierter Autonomie; u.a. der Sitz der Juntas de Buen Gobierno, der Räte der Guten Regierung
(7) wörtlich: »ursprüngliche Völker«
(8) madre tierra: »Mutter Erde«
(9) wörtlich: »(indigene) Nation; (indigener) Stamm«
(10) im Original: »comunicadores«
(11) Zitat aus der mexikanischen Hymne
(12) wörtlich: »Nationales Wahl-Institut«

 Quelle:  
  https://actividadesdelcigysuvocera.blogspot.mx/2017/10/palabras-de-maria-de-jesus-patricio_19.html 
 

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