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Beginn der Feierlichkeiten zum ersten Jahrestag der Juntas der Guten Regierung

La Jornada vom 09.08.2004
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

  Roberto Barrios, Chiapas, 8. August. Das Caracol das Für Alle Spricht, von Roberto Barrios, wo die Chol und Tzeltal Gemeinden in Rebellion der nördlichen Zone ihre Kräfte in der Junta der Guten Regierung (JBG) ’Nueva Semilla que Va a Producir’ (Neuer Samenkorn, der blühen wird’) vereinen, hat schon den ganzen Tag lang Indigenas empfangen, bereit den ersten Jahrestag der zapatistischen Caracoles zu feiern (gleichzeitig auch, der 10. Jahrestag des Nationalen Demokratischen Konvents, und der dritte Jahrestag der Rückkehr der Tojolabal Gemeinde Guadalupe Tepeyac aus dem Exil).

An diesem Montag feiern die zapatistischen Caracoles ihren ersten Jahrestag, und die JBG werden über ihre Arbeit berichten. Mindestens ein Tausend Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN), aus 10 autonomen Bezirke, werden hier erwartet. Die Feierlichkeiten beginnen heute Nacht mit einem Tanzfest.

Von den fünf JBG hat diese, deren Name auf Chol ’Yach’il ts’unubil yuu yax p’olj’ lautet, vielleicht täglich mit den meisten Problemen zu kämpfen.

Zum Beispiel gab es eine Woche lang kein Strom in der gesamten Zone. Die letzte Nacht was mondlos. Es herrschte tiefe Finsternis. Und in der Nachbarschaft wurden Schüsse gehört. Am Abend zogen etwa 30 bewaffnete PRIistas am Caracol vorbei, und sagten sie würden jagen gehen. Und tatsächlich kehrten Sie mit einer Wildkatze zurück. Aber die nächtlichen Schüsse sollten die Rebellen aufreiben. Dennoch verlieren die unabhängigen Repräsentanten kein Wort über den Vorfall.

Die nicht-zapatistische Bevölkerung von Roberto Barrios ist mit der Organisation Paz y Justicia affiliiert, die viele Jahre von Gewalt, Vertreibung und Tod in der Chol Region (Tila, Sabanilla, Palenque, Salto de Agua, Tumbalá). zu verantworten hat. Die Bundesregierung belohnte sie mit offensichtlicher Großzügigkeit, und der aktiven Beteiligung des offiziellen Managers, der euphemistisch als Beauftragter für Dialog und Versöhnung in Chiapas bezeichnet wird.

Diese "PRIistas", oder genauer gesagt Oficialistas (Unterstützer der offiziellen Regierung), können die Urwaldfauna mit bequemer Straflosigkeit ausbeuten. So wie die Dinge stehen, wie es im Journalistenjargon heißt, sind solidarische Gesten nicht ihre Stärke, auch wenn der "Versöhner" Luis H. Alvarez es schafft sie mit offiziellen Programmen und Zuwendungen zu verhätscheln, um sowohl für ihre primären als auch sekundären Bedürfnisse Sorge zu tragen. Der sozialwirtschaftliche und politische Abgrund, der sie von den Familien in Widerstand trennt, vermittelt einen guten Eindruck von der vorherrschenden Lage in diesen Chol und Tzeltal Gebieten, in denen sich nichtsdestotrotz die Autonomie ausbreitet, und ständig neue Gemeinden ihre Unabhängigkeit erklären.

Zwei aktuelle Beispiele illustrieren die Ausübung der kommunitären Solidarität, ohne die weder Versöhnung noch ein Zusammenleben möglich ist. Erstens: die Wasserversorgung von ganz Roberto Barrios stammt aus der Quelle und dem Versorgungssystem der Zapatisten, da das Wassersystem der Regierung nur wenig und schlecht funktioniert, aufgrund der mangelnden Ergiebigkeit des Samaritano Brunnens. Aber, wie eine Beobachterin aus dem Camp der Zivilgesellschaft erzählt, die Angehörige von Paz y Justicia nutzen das Wasser der Autonomen ohne auch nur Danke zu sagen.

Zweitens: in den letzten Tagen, beschädigte der Regen die elektrischen Kabel, die dieses Dorf und andere von Puyipá bis zum Río Bascán mit Strom versorgen. Da weder die Bundeskommission für Elektrizität noch die "PRIistas" beabsichtigten das Problem zu beheben, unter dem alle zu leiden hatten, kauften die Zapatisten 500 Meter Kabel, reparierten den Schaden und brachten das Licht wieder im Gang. Wieder einmal profitierten die "PRIistas" ohne die kleinste Geste der Dankbarkeit zu zeigen.

In dieser Gegend stammt die stärkste internationale Solidarität aus Katalonien. Vor kurzem erst wurde die Partnerschaft zwischen dem Kollektiv der Zivilgesellschaft von Reus, das mehrere katalanische Bezirke umfasst, und dem neuen autonomen Bezirk Francisco Villa 2 geschlossen (so genannt, um sich von dem gleichnamigen Tzeltal Bezirk zu unterscheiden, der zur JBG von La Garrucha gehört).

Der Bezirk El Trabajo, der hier seine Hauptstadt hat, ist seit drei Jahren Partnergemeinde von La Garriga, ebenfalls aus Catalonien. Projekte von Schulbildung und Gesundheitsversorgung, durchgeführt von Pädagogen, Ärzte und professionelle Physiotherapeuten, haben die Lebensbedingungen im Widerstand verändert.

Der benachbarte Bezirk in Rebellion Ricardo Flores Magón, der mit dem Bezirk Badía del Valle eine Partnerschaft eingegangen ist, erlebte den Aufbau einer effizienten Klinik in Arroyo Granizo, dank der Beteiligung von ’Caracol Mayan’, ein katalanisches Kollektiv, das schon seit 1999 so heißt, noch vor der Gründung der zapatistischen Caracoles.

Auch wenn die zivile Solidarität nicht die Probleme der Gemeinden löst (die beschlossen haben sie in diesem neuen Prozess der Juntas und Caracoles selbst zu lösen), ist es nicht verwunderlich, dass das erste was man zu lesen kriegt, wenn man in Roberto Barrios ankommt lautet: "Willkommen ’Compas’ aus der ganzen Welt ".

"Die Caracoles warnen " Im Kapitel "Caracoles" schreibt Eduardo Galeano: "Wir bitten die Götter um Hilfe, die Teufel und die Sterne des Himmels. Die Schnecken (’Caracoles’) bittet niemand. Aber dank diesen Schnecken werden die Boote der Indios vor dem Ertrinken bewahrt, wann auch immer der Río Ucayali schlechte Laune hat und seine geschwellten Fluten in das Land eindringen und alles niedermachen, das sich ihnen in den Weg stellt.

Die Caracoles warnen. Vor jeder Katastrophe, legen sie ihre Eier in den Baumstämmen, genauso hoch wie die Flut anwachsen wird. Und sie haben sich noch niemals verrechnet " (Bocas del tiempo, Verlag Siglo XXI, Mexiko, 2004).

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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