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CNI, CIG & Marichuy: Worte von Comandanta Rosalinda - Caracol III La Garrucha

Actividades del CIG y su Vocera vom 16.10.2017
übersetzt von Nadine

  Worte von Comandanta Rosalinda - Caracol III La Garrucha

Worte von Comandanta Rosalinda im Namen des Geheimen Revolutionären Indigenen Komitee – Generalkommandantur der EZLN (CCRI-CG) des Caracol III La Garrucha

Compañeras und compañeros.
Brüder und Schwestern.

Habt einen guten Abend, heute den 16. Oktober 2017.

Im Namen des Geheimen Revolutionären Indigenen Komitee – Generalkommandantur der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung des Caracol III La Garrucha , Zone Selva-Tzeltal.

Compañeras und Compañeros des Indigenen Regierungsrates, wir bitten Sie, mit allem Ihnen gebührenden Respekt, dass Sie diese Botschaft an das Volk von Mexiko tragen.

Indígenas und Nicht-Indígenas in Verteidigung unserer Mutter Erde und Natur, momentan zerstört und raubt das schlechte System alle Reichtümer unserer Nation Mexiko; Wälder, Flüsse, Wasserquellen, Lagunen, Wasserfälle, Ruinen, wunderschönes Holz, genauso wie Erdöl, Gold, Silber, Uran, Erze sowie weitere Reichtümer, die in unseren Böden existieren.

Diese Reichen sind nur daran interessiert, noch reicher zu werden, abgesehen vom Raub der natürlichen Ressourcen führen sie transnationale Unternehmen ein, wie Wasserkraftfirmen, Wasserabfüllanlagen, Hotels in Tourismuszentren, große Flughäfen und Autobahnen.

Genauso kontrollieren sie das Biosphärenreservat Montes Azules [Anmk.: Naturschutzreservat in der Selva Lacandona, Chiapas], mehr als 614.321 Hektar, wo viele Gemeinden und Ejidos [Anmk.: bezeichnet kollektiv und individuell genutztes Gemeindeland] umgesiedelt werden, bedroht, von denselben Leuten, welche die schlechte Regierung organisiert hat, mit dem Ziel alle Reichtümer zu plündern, an all diesen Orten, wo sie ihre Unternehmen einsetzen. Getäuscht mit Projektprogrammen, um unsere Mutter Erde zu zerstören und unsere natürlichen Ressourcen zu plündern, gibt es keine Hoffnung für die Zukunft der pueblos [wörtlich „Dörfer“ oder „Völker“, Selbstzuschreibung], da dies alles uns starke Verschmutzung bringt, gegen die Lebewesen.

Deshalb organisieren wir Zapatistas uns, um uns gegen all das Übel zu verteidigen, denn wir sehen, dass das schlechte System, dass unser Land in eine finca [Anmk.: Großgrundbesitz] verwandelt hat, und dass die schlechten Regierungen wie seine Vorarbeiter sind. Deshalb gibt es keinen anderen Weg als zu kämpfen, sich zu organisieren, sich zu vereinen, zu rebellieren, das ganze Volk von Mexiko und der Welt.

Und nun, als zapatistische Frauen, wollen wir Ihnen erklären, dass wir, als wir Mädchen waren, kein Recht hatten uns zu bilden, noch auf medizinische Versorgung, noch weniger darauf uns zu vergnügen, wir hatten überhaupt kein Recht und keine Freiheit, wir widmeten uns nur der Küche, um unseren Müttern zu helfen, unsere kleinen Geschwister zu tragen, die Wäsche zu waschen und unsere Familien zu unterhalten.

So war es, als wir Mädchen waren, genauso als wir Jugendliche waren. Wir konnten nicht ausgehen um ein Fest zu besuchen, sie erlaubten uns nicht mit den Männern zu reden, sie gaben uns nicht das Recht unseren Partner auszuwählen, den wir heiraten wollten. Unsere Väter entschieden wen wir heiraten werden, weil sie uns schlicht gegen eine Flasche Schnaps eintauschten. Noch hatten wir das Recht zu den Versammlungen zu gehen, wir hatten kein Recht teilzunehmen, zu entscheiden. Wir hatten kein Recht Aufgaben [Anmk.: im Original „cargo“ wörtlich „Amt“ oder „Position“] zu übernehmen, weil die verdammten Männer immer sagten, dass wir als Frauen nicht alleine raus gehen können.

So schlecht behandelten uns unsere Väter und Mütter, und noch schlimmer als wir schon verheiratet waren, sagten sie uns, dass wir kein Recht haben eine Aufgabe zu übernehmen, wir haben nur das Recht Kinder zu gebären, wir konnten uns nicht beschweren, dann schlugen sie uns. Immer drohten sie uns, erniedrigten uns, missachteten uns, so erlebten wir es, so kontrollierten sie uns.

Unsere Väter waren kontrolliert durch den Schnaps der verdammten Patrone [Anmk.: „Dienstherr“, „Chef“] und Grundbesitzer, denn sie wollten, dass wir immer blind, taub und stumm blieben, damit wir uns nicht organisieren und kein Recht haben Entscheidungen zu treffen und Freiheit als Frauen zu haben.

Nachdem die Ejidos gebildet wurden, trennten wir uns von den Patronen, nun konnten Versammlungen abgehalten werden, obwohl nur Männer daran teilnahmen, aber sie versuchten schon ihre Recht, ihre Autoritäten zu wählen, umzusetzen und entschieden ihre Arbeiten zu organisieren, aber nach wie vor waren wir als Frauen unberücksichtigt.

Als unsere Organisation aufkam, merkten wir, dass nicht nur die Männer das Recht haben an den Versammlungen teilzunehmen, Aufgaben zu übernehmen, zu entscheiden und ihre Pläne zu machen; auch wir Frauen haben das gleiche Recht wie die Männer. So organisierten wir kollektiv unsere Arbeiten, Männer und Frauen gemeinsam, nun hatten wir die Freiheit unsere Rechte zu verteidigen, damit unsere Entscheidungen, die Arbeiten kollektiv zu organisieren, respektiert werden und Aufgaben zu übernehmen als Verantwortliche, Milizionärin, Aufständische und Repräsentantinnen der Kollektive; so erreichten wir Stück für Stück unser Recht und die Freiheit uns zu organisieren.

Schau Compañera Marichuy, als wir schon gut organisiert waren, zeigten wir 1994 unseren Mut und Rebellion als Frauen und die verdammte Regierung konnte unsere Streitmacht von Milizionärinnen und Aufständische nicht fertig machen. Mit dieser Stärke und Mut, mit ihren Erfahrungen, Kraft und Mut zu jedem Preis den der Kampf mit sich bringt, auf nationaler Ebene: Isidora, Ramona, Lucha, Murcia, Aurora, María Luisa, Soledad und Elisa. Alles was wir sagen ist wahr.

Danach erschufen wir unsere Autonomie, in der bereits viele Frauen teilnahmen, als Promotorinnen der sexuellen, reproduktiven Gesundheit, und wir haben auch schon Compañeras, die den Ultraschall bedienen, Compañeras in den drei Bereichen der Hebammen, Knochenheilerin und der medizinischen Pflanzen, wir haben Ausbilderinnen für die allgemeine Gesundheit und wir haben auch Hebammen-Lehrmeisterinnen, Lehrmeisterinnen der Knochenheilkunde und der medizinischen Pflanzen. Wir haben Compañeras als Bildungspromotorinnen und Ausbilderinnen. Wir haben Aufgaben als Hilfsagentinnen in jedem Dorf, um jegliche Art von Problemen zu lösen – der Schuldige wird gemäß den Bestimmungen bestraft. Wir haben auch Ämter als Kommissarinnen, die damit betraut sind landwirtschaftliche Angelegenheiten zu regeln, sowie autonome Rätinnen, welche die Bedürfnisse in ihren Landkreisen lösen. Auch als Räte de Guten Regierung, in welchen sie vier Landkreise, welche ihr Caracol umschließt, verwalten, als lokale und regionale Verantwortliche. Nach solchen Fortschritten werden sie Stellvertreterinnen und sogar Kommandantinnen.

Nun sind wir zapatistischen Frauen in der Lage zu diskutieren, zu analysieren, zu denken, mitzusprechen, vorzuschlagen, zu entscheiden genauso wir die Männer.

Auch die Gebäude, die su siehst Compañera Marichuy, die Klinik wurde kollektiv geschaffen, die Büros, unser Auditorium und die Bühne wurden kollektiv errichtet; all diese Gebäude wurden kollektiv erschaffen, auch die Läden, die Arbeiten in den Landkreisen und Dörfern sind keine Projekte der schlechten Regierung, wir brauchen sie nicht, mit unserem Widerstand und kollektiven Arbeiten können wir alles erschaffen. Es gibt noch viel, was uns fehlt, aber wir organisieren uns um es zu erreichen, so, wie die Straße, die du siehst. Wir haben die Schlaglöcher aufgefüllt, um sie befahren zu können, denn die schlechte Regierung sagt, dass sie die Straßen ausbessert, aber sie stiehlt nur Geld, denn nie wurden die Straßen ausgebessert, wie es mit den Gemeinden kommuniziert wurde.

Compañeras und Compañeros, wir müssen uns organisieren, vereinen, denn sie werden unsere Mutter Erde zerstören, von der wir unsere Nahrung bekommen, auch wenn Sie nicht die Mutter Erde bearbeiten, kommt Ihre Nahrung, da wo sie arbeiten, doch von ihr. Wenn wir uns nicht organisieren, werden sie uns alle zerstören.

Compañera Marichuy, wir bitten dich, diese Botschaft auf der Rundreise anderen Compañeras, Frauen auf dem Land und in den Städten dieses Landes Mexiko und der Welt, zu überbringen, damit sie sich organisieren, damit sie sich vereinen, dass sie sich nicht mehr vom schlechten kapitalistischen System täuschen lassen, denn sie benutzen uns als Geschäft, sie beuten uns auf tausend Arten aus, sie schicken uns in große Betriebe, sie zwingen uns zur Prostitution um ihre Reichtümer zu erzeugen. Vereint und organisiert können wir diese Erniedrigung stoppen und zerstören.

Bleiben Sie nicht schweigend, wir müssen uns als Frauen verteidigen, weil sie uns die Freiheit und die Rechte nicht schenken werden, weil es ihnen nicht nützlich ist. Vereint fordern wir, dass sie uns respektieren. Wir zapatistischen Frauen praktizieren schon seit 23 Jahren unsere Freiheit und Rechte innerhalb unserer Autonomie.

Deshalb, Compañera Marichuy, sagen wir dir, dass es möglich ist.

Das sind unsere Worte, der Compañeras und Compañeros der zapatistischen Unterstützungsbasis, im Namen des Geheimen Revolutionären Indigenen Komitee – Generalkommandantur der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung.

Mexiko, 16. Oktober 2017.

Vielen Dank


 Anhang  
  Worte von Comandanta Rosalinda - Caracol III La Garrucha (.pdf)


 Quelle:  
  https://actividadesdelcigysuvocera.blogspot.mx/2017/10/palabras-de-la-comandanta-rosalinda.html 
 

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