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 Folge-Eilaktion Mexiko: Marcelino Coache
 Drohungen per SMS
amnesty international vom 21.08.2009 UA drucken
E-Mail
 

  Mexiko

UA-068/2008-3
Index: AMR 41/044/2009
21. August 2009

MARCELINO COACHE, politischer Aktivist
REYNA RIVERA, Frau von Marcelino Coache
YESICA SÁNCHEZ MAYA, Menschrechtsanwältin
FLAVIO SOSA, politischer Aktivist

Der mexikanische Gewerkschafter und politisch engagierte Marcelino Coache sowie seine Frau, ein anderer politischer Aktivist und eine Menschenrechtsanwältin haben Drohungen per SMS erhalten. Alle Drohungen in den Kurzmitteilungen bezogen sich auf Marcelino Coache. Sein Leben ist in Gefahr.

Am 17. August 2009 erhielt Reyna Rivera, die Frau von Marcelino Coache, eine auf ihren Mann bezogene SMS, in der es hieß: "Ihr werdet ihn nicht sein ganzes Leben lang beschützen können und ihr werdet alle dafür bezahlen, Grüße Lince". Am selben Tag erhielten auch Yesica Sánchez Maya, eine Menschenrechtsanwältin aus Oaxaca, und der politisch engagierte Flavio Sosa SMS-Nachrichten von derselben Nummer, die ebenfalls Drohungen gegen Marcelino Coache enthielten. Marcelino Coache erhielt am 18. August eine SMS mit der Nachricht: "Schwuchtel, wir beobachten Dich, Grüße von Lince".

Marcelino Coache, führendes Mitglied der lokalen Oppositionsbewegung "Asamblea Popular del Pueblo de Oaxaca" (APPO), ist schon mehrere Male angegriffen und bedroht worden. Am 4. März 2009 wurde er von drei Männern entführt und mehrere Stunden lang gefoltert. Dabei verband man ihm zwar die Augen, er konnte jedoch hören, wie seine Entführer ihren Anführer "Lince" (Luchs) nannten. Am 20. März wurde Edgar, der 15-jährige Sohn von Marcelino Coache, von einer Gruppe von Männern verfolgt und bedroht, und im Mai erhielten die Frau von Marcelino Coache und andere Menschenrechtsverteidiger Drohungen per SMS auf ihr Mobiltelefon. Marcelino Coache wurde zuvor schon bedroht und angegriffen, offenbar weil er ein prominentes Mitglied der APPO ist.
Am 8. Mai forderte die Interamerikanische Menschrechtskommission die mexikanische Regierung auf, Marcelino Coache zu beschützen. Die von den mexikanischen Behörden eingeleiteten Schritte sind jedoch absolut unzureichend, und die Ermittlungen zu den Bedrohungen führten bislang zu keinem Ergebnis.

Hintergrundinformationen

Im Juni 2006 brachen in weiten Teilen des Bundesstaats Oaxaca Proteste aus, die von der APPO angeführt wurden. Mit einer letztlich erfolglosen Kampagne versuchte man, den Gouverneur des Bundesstaats zum Rücktritt zu bewegen. Politische Gewalt und Demonstrationen rissen das ganze Jahr über nicht ab. Berichten zufolge wurden mindestens 18 Zivilpersonen während des Konfliktes getötet, wenigstens 370 verletzt und 349 festgenommen. Es wurde über exzessive Gewaltanwendung, willkürliche Inhaftierungen, Folterungen und konstruierte Anklagen gegen Demonstrierende berichtet. Am 16. Juli 2007 kam es zu weiteren gewaltsamen Zusammenstößen von Polizei und Demonstrierenden, die über 40 Festnahmen und viele Verletzte zur Folge hatten. Behörden auf Bundes-, Bundesstaaten- und Kommunalebene, die für die Vorfälle verantwortlich sind, wurden nicht zur Rechenschaft gezogen. Auch wenn die politische Gewalt inzwischen abgeebbt ist, bleibt die Lage nach wie vor äußerst angespannt. Die APPO und Nichtregierungsorganisationen setzen sich weiterhin dafür ein, dass Menschenrechtsverletzungen, die während der Konflikte begangen wurden, geahndet werden.
Bitte schreiben Sie auch an den Generalstaatsanwalt:
GENERALSTAATSANWALT
Lic. Eduardo Medina-Mora Icaza
Procuraduría General de la República,
Av. Paseo de la Reforma nº 211-213, Piso 16
Col. Cuauhtémoc, Del. Cuauhtémoc,
México D.F., C.P. 06500 MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Procurador/Dear Attorney General)
Fax: (00 52) 55 5346 0908

Die Unterschriftenaktion ist bereits abgelaufen und kann nicht mehr online ausgefüllt werden. Sie wird hier nur noch textlich dokumentiert. UAs verfallen automatisch nach 6 Wochen, manchmal gibt es aber auch ein individuell definiertes Ende der UA.

Protestbrief

Sr. Secretario,
Estimado receptor más,

Insto a las autoridades garanticen que Marcelino Coache y su familia reciben toda la protección necesaria, según lo establecido en la resolución de la Comisión Interamericana de Derechos Humanos.

Además pido a las autoridades que lleven a cabo urgentemente una investigación independiente sobre los ataques y amenazas contra Marcelino Coache y sobre su secuestro y tortura, que hagan públicos sus resultados y que lleven a los responsables ante la justicia.

Con mi mayor consideración

übersetzung

Sehr geehrter Herr Innenminister,
Sehr geehrte weitere Empfänger,

ich richte mich an Sie, um Ihnen meine Besorgnis um die Sicherheit von Marcelino Coache zu übermitteln.

Ich dringe Sie darauf , sicherzustellen, dass Marcelino Coache und seine Familienangehörigen alle notwendigen Schutzmaßnahmen entsprechend den Forderungen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission erhalten.

Ich appelliere an Sie, umgehend eine unparteiische Untersuchung der Angriffe und Drohungen gegen Marcelino Coache einzuleiten und die von ihm erhobenen Entführungs- und Foltervorwürfe zu untersuchen, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Hochachtungsvoll,

Quelle: http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-068-2008-3/drohungen-sms


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