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 Dorfbewohner in Gefahr
amnesty international vom 22.09.2009 UA drucken
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  Mexiko
UA-250/2009
Index:
AMR 41/049/2009
22. September 2009
RICARDO LAGUNES GASCA, Menschenrechtsanwalt
CARMEN AGUILAR GÓMEZ, Dorfbewohner

Die BewohnerInnen des Dorfes Ejido Jotolá im Bundesstaat Chiapas im Süden Mexikos rechnen fest mit dem Angriff durch eine bewaffnete Gruppe, die derzeit Menschen in der Gegend bedroht. Die Gruppe hat bereits einen Menschenrechtsanwalt angegriffen, der dort zu Besuch war, und einen Dorfbewohner angeschossen. Die Behörden haben bisher nichts unternommen, um die bewaffnete Gruppe zu stoppen.

Am 18. September besuchte der Anwalt Ricardo Lagunes Gasca, der für das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas, eine örtliche NGO, arbeitet, die Gemeinde Ejido Jotolá de Chilón, um dort MandantInnen zu beraten. Als er sich mit dem Auto wieder auf den Weg machte, blockierten etwa 50 Männer und Frauen, von denen einige Gewehre trugen und andere mit Stöcken und Steinen bewaffnet waren, die Straße.

Ricardo Lagunes hielt an und öffnete das Fenster, um mit ihnen zu sprechen. Er sagte ihnen, dass er ein Menschenrechtsanwalt sei. Dennoch packten ihn einige der Männer, schlugen ihn mit einem Stein auf den Kopf und zerrten ihn gewaltsam aus dem Auto, wobei sie ankündigten, ihn zu lynchen. Dann griffen BewohnerInnen von Ejido Jotolá ein, und Ricardo Lagunes konnte seinen AngreiferInnen entkommen. Doch bei der anschließenden gewalttätigen Auseinandersetzung wurde ein Mann aus Ejido Jotolá, Carmen Aguilar Gómez, in die Hüfte geschossen. Kurz vor dem Angriff sah man, wie die AngreiferInnen mit PolizistInnen des Bundesstaates (Policía Estatal Preventiva, PEP) sprachen. Obwohl man die Polizei zu Hilfe rief, erschien sie nicht, bis der Angriff vorüber war.

Laut Angaben der Gemeinschaft gehören die AngreiferInnen zu einer bewaffneten Gruppe, die unter dem Namen "Organisación para la Defensa de los Derechos Indígenas y Campesions - OPDDIC" (Organisation für den Schutz von Indigenen und Kleinbauern) bekannt ist. Die OPDDIC ist für Angriffe und Einschüchterungen von Gemeinschaften in Chiapas verantwortlich, die der Nationalen Zapatistischen Befreiungsarmee (Ejército Zapatista de Liberación Nacional - EZLN) nahe stehen sollen. Die EZLN ist eine bewaffnete Oppositionsgruppe, die seit Jahren nicht mehr militärisch operiert, aber in vielen Gegenden von Chiapas weiter als soziale und politische Bewegung aktiv ist. Nach dem Angriff besetzten Mitglieder von OPDDIC zwei Tage lang das örtliche Gemeindezentrum (casa ejidal) und sind immer noch in der Gegend. Die Behörden sind bisher nicht gegen sie vorgegangen. Die DorfbewohnerInnen sind in Gefahr und es herrscht Sorge, dass auch MenschenrechtsaktivistInnen, die in der Gegend tätig sind gefährdet sein könnten.

Hintergrundinformationen

MenschenrechtlerInnen in Mexiko müssen Drohungen, Angriffe, politisch motivierte Anklagen und Inhaftierung fürchten, wenn sie Proteste organisieren oder für die Achtung der Menschenrechte eintreten. Die Regierung hat der Forderung der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte zugestimmt, Schutzmaßnahmen für mehrere MenschenrechtlerInnen zu ergreifen, aber einige von ihnen haben berichtet, sie hätten keinen ausreichenden Schutz erhalten. Es haben noch keine gründlichen Untersuchungen der Menschenrechtsverletzungen gegen die MenschenrechtlerInnen stattgefunden, da in diesen Fällen die TäterInnen im Allgemeinen Straffreiheit genießen und somit die Gefahr neuer Angriffe besteht.

Drohungen und Angriffe auf Gemeinschaften, die der EZLN nahe stehen, durch EZLN-feindliche Gruppen wie der OPDDIC, sind in Chiapas, keine Seltenheit, da der Einfluss, den die EZLN dort hat, umstritten ist. Das Scheitern der Behörden bei der Bekämpfung dieser Gruppen, hat dazu geführt, dass viele Gemeinschaften weiterhin mit der Angst vor neuen Angriffen leben müssen.

Die Unterschriftenaktion ist bereits abgelaufen und kann nicht mehr online ausgefüllt werden. Sie wird hier nur noch textlich dokumentiert. UAs verfallen automatisch nach 6 Wochen, manchmal gibt es aber auch ein individuell definiertes Ende der UA.

Protestbrief

Señor Secretario,
Estimado receptor más,

Permítame que me dirija a Vd. para transmitirle mi preocupación por la seguridad de Ricardo Lagunes Gasca y Carmen Aguilar Gómez.

Ruego a las autoridades que investiguen el ataque contra Ricardo Lagunes y el disparo contra Carmen Aguilar Gómez, ocurridos en Ejido Jotolá el 18 de septiembre, que lleven a los responsables ante la justicia y que determinen por qué la policía de la zona no intervino de manera oportuna para evitar la violencia.

Las insto a proteger, de acuerdo con los deseos de los propios afectados, a la población de Ejido Jotolá y a quienes viven en sus cercanías, así como a los defensores y defensoras de los derechos humanos que trabajan en la zona.

Por último, recuerdo a las autoridades que la Declaración de la ONU sobre los Defensores de los Derechos Humanos reconoce la legitimidad de las actividades de los defensores y defensoras de los derechos humanos y su derecho a llevar a cabo dichas actividades sin obstáculos ni temor a represalias.

Con mi mayor consideración

übersetzung

Sehr geehrter Herr Innenminister,
Sehr geehrte weitere Empfänger,

ich richte mich an Sie, um Ihnen meine Besorgnis um die Sicherheit der BewohnerInnen des Dorfes Ejido Jotolá im Bundesstaat Chiapas im Süden Mexikos mitzuteilen. Sie rechnen fest mit dem Angriff durch eine bewaffnete Gruppe, die derzeit Menschen in der Gegend bedroht. Die Gruppe hat bereits einen Menschenrechtsanwalt angegriffen, der dort zu Besuch war, und einen Dorfbewohner angeschossen. Die Behörden haben bisher nichts unternommen, um die bewaffnete Gruppe zu stoppen.

Ich fordere die Behörden auf, den Angriff gegen Ricardo Lagunes und den Schuss auf Carmen Aguilar Gómez am 18. September in Ejido Jotolá zu untersuchen, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen und festzustellen, warum die Polizei in der Gegend nicht früh genug eingriff, um die Gewalt zu verhindern.

Bitte sorgen Sie dafür, dass die Einwohner von Ejido Jotolá und der Umgebung sowie MenschenrechtlerInnen, die in dieser Gegend tätig sind, in Übereinstimmung mit ihren Wünschen geschützt werden .

Ich möchte die Behörden daran erinnern, dass die UN-Erklärung zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen ausführt, dass MenschenrechtlerInnen ihre Tätigkeit ungehindert und ohne Angst vor Vergeltungsmaßnahmen wahrnehmen können müssen.

Hochachtungsvoll,

Quelle: http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-250-2009/dorfbewohner-gefahr


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