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Unterschriftenaktion: Ermordung von Bety Cariño und Jyri Jaakkola

Nach 7 Jahren fordern wir endlich Gerechtigkeit!

Direkte Solidarität Chiapas vom 16.04.2017

  Bety Cariño
Bety Cariño, ermordete Direktorin der sozialen Organisation CACTUS (Centro de Apoyo Comunitario Trabajando Unidos) · Jyri Jaakkola, ermorderter antikapitalistischer Aktivist, der sich als Menschenrechtsbeobachter in Oaxaca engagierte.


Die Ermordung der Mexikanerin Bety Cariño (37) und des Finnen Jyri Jaakkola (33), zwei Teilnehmern der Menschenrechtskarawane in die indigene Gemeinde San Juan Copala (Oaxaca), wollen wir nicht vergessen. Nach sieben Jahren ist die Forderung nach der Aufklärung dieser Morde und Gerechtigkeit aktueller denn je. 13 der Täter sind identifiziert, aber nur fünf von ihnen inhaftiert. Ihre Verurteilung steht auf wackligen Füssen und die Weiterführung des Strafprozesses ist gefährdet. Helfen Sie, dass Gerechtigkeit über Straflosigkeit siegt und machen Sie mit bei der Unterschriften-Aktion.

Für bereits Sachkundige: Direkt zur Unterschriften-Aktion springen

Was ist genau geschehen?

Am 27. April 2010 eröffnete eine paramilitärische Gruppierung das Feuer auf eine Menschenrechtskarawane, die sich auf dem Weg in die abgelegene Indigenengemeinde San Juan Copala im Bundessstaat Oaxaca befand. Die Karawane setzte sich aus 40 Menschen aus sozialen NGOs und Menschenrechtsorganisationen sowie JournalistInnen zusammen. Ziel der Karawane war es, die EinwohnerInnen der Indigenengemeinde mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu versorgen und die dortige Menschenrechtssituation zu dokumentieren. Denn die Gemeinde war seit sechs Monaten von der Grundversorgung mit Strom, Wasser, Medizin und Bildung abgeschnitten. Es kam zu massiven Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Gemeindemitgliedern bis hin zu Körperverletzungen und Morden. Die zuständigen Behörden sahen tatenlos zu. Sie bemühten sich weder die Täterschaft strafrechtlich zur Rechenschaft zu ziehen noch die Dorfbevölkerung zu schützen. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass zwischen der paramilitärischen Gruppierung und den lokalen und bundesstaatlichen Behörden der damaligen Regierungpartei PRI Verbindungen bestanden. Die Spur führt bis zum ehemaligen Gouverneur von Oaxaca, Ulises Ruiz Ortiz. Laut Omar Esparza, dem Wittwer von Bety Cariño, gibt es Beweise, dass dessen Regierung direkt in die Attacke auf die Menschenrechtskarawane verwickelt gewesen sei.

Beim Angriff auf die Menschenrechtskarawane am 27. April 2010 wurden zwei Aktivisten, die mexikanische Menschenrechtsverteidigerin Bety Cariño und der finnische Menschenrechtsbeobachter Jyri Jaakkola getötet. Die Obduktion ergab, dass beide an Kopfschüssen starben. Weitere Teilnehmer der Karawane erlitten Schussverletzungen und mussten verletzt fliehen und später hospitalisiert werden. Da sich der Angriff in einem abgelegenen Gebiet ereignete, waren einige der Teilnehmer, denen die Flucht gelang während mehrerer Tage auf sich allein gestellt und galten als vermisst, darunter auch JournalistInnen. Sie befanden sich in der Gefahrenzone der Angreifer und konnten nicht auf die Hilfe der Polizei zählen. Die zuständigen Behörden unternahmen nicht die notwendigen Schritte um die Opfer in Sicherheit zu bringen und die Täter zu verfolgen.

Was wurde bisher im Verfahren gegen die Mörder erreicht?

Seit dem tödlichen Angriff auf die Menschenrechtskarawane sind sieben Jahre vergangen. Bis zum heutigen Tag wurde keiner der Täter verurteilt. Trotz intensivster Anstrengungen der Angehörigen und von mexikanischen Menschenrechtsorganisationen sowie von finnischen Regierungsmitgliedern und EU-Parlamentarierinnen konnte bei den für das Strafverfahren verantwortlichen mexikanischen Behörden nicht viel erreicht werden. Der Gouverneur von Oaxaca, Gabino Cué (2010-2016) versprach zwar europäischen Politikerinnen und Regierungsstellen immer wieder, die Mörder »innert kurzer Zeit« festzunehmen. Die Anklage wurde mit Zeugenaussagen untermauert, die Haftbefehle ausgestellt. Doch sieben von dreizehn identifizierten Tätern bewegen sich immer noch auf freiem Fuss. Fünf der Täter sind seit Monaten, teilweise Jahren in Untersuchungshaft, keiner von ihnen jedoch wurde verurteilt. Ein weiterer Täter wurde in der Zwischenzeit ermordet.

Warum die Protestaktion zu diesem Zeitpunkt?

Heute befürchten die Angehörigen und FreundInnen von Bety und Jyri, dass die Täter freigesprochen werden könnten. Dies aufgrund des Regierungswechsels im Bundesstaat Oaxaca, denn mit dem Gouverneur Alejandro Murat ist die PRI wieder an die Macht zurückgekehrt.

Die Straflosigkeit in diesem wichtigen Fall gilt es unbedingt zu verhindern, um so ein Zeichen zu setzen gegen die Straflosigkeit in zahllosen weiteren Fällen. Deshalb ist es zu diesem Zeitpunkt dringender denn je, dass der Ruf nach Gerechtigkeit und der Aufklärung der Morde an den beiden Menschenrechtsaktivisten lauter wird. Unterstützen Sie die den Ruf nach Gerechtigkeit und einem sofortigen Ende der Straflosigkeit im Mordfall von Bety Cariño und Jyri Jakoola: machen Sie mit bei der Online-Aktion!

Unsere persönliche Verbindung zu Jyri Jaakkola

Jyri Jaakkola war Mitglied des europäischen Netzwerkes des solidarischen Handels mit zapatistischen Kaffeekooperativen »Redprozapa«, in dem die Direkte Solidarität mit Chiapas ebenfalls Mitglied ist. Als antikapitalistischer Aktivist engagierte sich Jyri für Ernährungssicherheit, fairen Handel und gegen den Klimawandel. In Mexiko wollte er von sozialen Organisationen, die einen antikapitalistischen Weg gehen, lernen und recherchierte in Oaxaca zu nachhaltiger Landwirtschaft in indigenen Gemeinschaften.

Quellen:
Amnesty International (10.02.2015): Zwei Augenzeuginnen der Tötung von Bety Cariño und Jyri Jakoola bedroht.
Amerika21 (21.04.2012): Finnland fordert von Mexiko Aufklärung von Morden.
Direkte Solidarität - chiapas.ch (28.02.2010): Paramilitärs greifen Friedenskarawane in Oaxaca an; zwei Tote.
Mehr Informationen zum Fall Bety und Jyri (Spanisch)
 

Wählen Sie, an wen die Eilaktion gehen soll. Bitte die zutreffende deutschsprachige Botschaft wählen, die mexikanischen Behörden sind vorausgewählt.

Die Unterschriftenaktion ist bereits abgelaufen und kann nicht mehr online ausgefüllt werden. Sie wird hier nur noch textlich dokumentiert. UAs verfallen automatisch nach 6 Wochen, manchmal gibt es aber auch ein individuell definiertes Ende der UA.

Protestbrief (korrekte Anrede wird automatisch hinzugefügt)

La méxicana Bety Cariño y el finlandés Jyri Jaakkola participaron en el 2010 en una caravana humanitaria y de derechos humanos, cuyo objetivo era llegar a la comunidad indígena de San Juan Copala en Oaxaca que se encontraba sitiada. Paramilitares dispararon contra los vehiculos de la caravana y asesinaron a Bety (37) y Jyri (33) e hirieron a varios observadores más. 7 años después, 13 victimarios están plenamente identificados, pero solo cinco se encuentran en la carcel. No hay condena hasta ahora y según los familiares hay un peligro grande de que no haya sentencias. No podemos permitir que esto pase.

Por lo tanto, exigo justicia para Bety y Jyri y el fin de la impunidad en México!

 Zum Auflisten der Anzahl der bisherigen Unterzeichner hier klicken!

Bisher haben 85 Person(en) diese Eilaktion unterzeichnet.

übersetzung

[Anrede - wird automatisch eingefügt]

Bety Cariño (Mexikanerin) und Jyri Jaakkola (Finnländer) nahmen 2010 an einer Menschenrechts-Karawane teil, welche die indigene Gemeinde San Juan Copala in Oaxaca besuchen wollte. Paramilitärs schossen auf die Karawane, dabei wurden Bety (37) und Jyri (33) getötet und mehrere weitere BeobachterInnen verletzt. Sieben Jahre später sind 13 Täter identifiziert, aber nur 5 in Haft. Ein Urteil steht bis heute aus und gemäss den Angehörigen ist die Gefahr gross, dass der Prozess abgebrochen wird. Dies darf auf keinen Fall passieren.

Ich fordere endlich Gerechtigkeit für Bety und Jyri und ein Ende der Straflosigkeit in Mexiko!

 Quelle:  
  http://www.chiapas.ch/ 
 

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